Grausame Jahre als ADL im Vollzug

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Bias von Priene
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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von Bias von Priene » 15.11.2012 01:54

Es ist sehr blauäugig, wenn nicht gar hoffungslos naiv zu glauben, auf dem "Dienstweg" effektiv gegen gewachsene Mobbingstrukturen in einer Behörde anzugehen, erst recht nicht in einer JVA.
Ohne mit all zu grossen prophetischen Gaben gesegnet zu sein, kann man getrost sagen, dass so etwas regelmässig ausgeht wie das Hornberger Schiessen.

In aller Regel steckt das Justizministerium solidarisch unter einer Decke mit dem Anstaltsleiter/In und es wird regelmässig konsequent darauf hingearbeitet, den "Querulanten/In" auf kleiner Flamme gar zu kochen und rauszuekeln. Wer sich seitens der "Kollegen" mit der "Führung" solidarisch zeigt, ist bei der nächsten Beförderung ganz vorne mit dabei.

Bestes Beispiel ist der Knast Kassel; trotz massivem Widerstand und zahlreicher Beschwerden der dortigen Beamtenschaft im AVD und trotz nachweislich massiver Defizite des dortigen Anstaltsleiters (Theologe!) und zahlreicher Vorfälle dort, wird ohne Rücksicht auf Verluste seitens des Ministeriums kein Austausch der Anstaltsleitung in Erwägung gezogen.

Dem "Dienstherrn" steht ein breites Arsenal sehr bewährter repressiver Massnahmen zur Verfügung um den Beamten zu "disziplinieren"; das fängt an mit ungerechtfertigt mässigen Beurteilungen, über verstärkten Einsatz unliebsamer Dienste, ständig wechselnde Einsatzorte, zeitweilige Versetzungen fern vom Wohnort, inoffizieller Beförderungssperren etc.pp.

Von daher sollte man sich sehr genau überlegen, ob und wie lange man sich so eine kranke und asoziale Subkultur sich und seiner Gesundheit zumuten will und einen Krieg beginnen will, den man nicht gewinnen kann.

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Bundesfreiwild
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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von Bundesfreiwild » 15.11.2012 18:07

Man kann nur hoffen, dass ganz viele, die im Strafvollzug anfangen wollen, hier nachlesen, was auf sie zukommen kann.
Da wird sich der eine oder andere überlegen, ob er für dieses Dasein die geeignete Gewissens- und Duck- und Mitmachhaltung hat.

c20xe
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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von c20xe » 25.02.2015 19:25

Hallo zusammen,
als ich im Jahr 04/2012 meine "grausamen Jahre als ADL" hier geschrieben hatte, wäre ich niemals davon ausgegangen, dass zwischenzeitig über 16.700 mal auf meinen Beitrag zugegriffen wurde...

Ja von knapp 3 Jahren war meine letzte amtsärztliche Untersuchung... bin mal gespannt, ob ich dieses Jahr was aus der JVA lesen werde...

Sollte ich entsprechende Nachrichten im Briefkasten vorfinden, werde ich dies hier entsprechend posten... So kann sich jeder einen Eindruck verschaffen, in welchen Zeitabstand der "Dienstherr" sich die Untersuchung beim GA auf "Wiedervorlage" legt.

Ich hoffe persönlich, dass durch meinen Gesamtposting sich der Ein oder Andere ein Bild über den Strafvollzug machen konnte.

In diesem Sinn... bis bald sicherlich
c20xe

bastell30
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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von bastell30 » 18.10.2015 16:18

Habe mir hier mal die ganzen Beiträge durchgelesen. Das ist doch in jeder Anstalt das selbe unfähige Vorgesetzte die nicht auf Grund von Fachwissen befördert werden sondern auf Grund von Seilschaften wie Fahrgemeinschaft, mit den richtigen Leuten Kaffee trinken und Vetternwirtschaft die sich gegenseitig die Beförderungen zu schieben und der Personalrat deckt das alles. Großer Nachteil ist das sich die LAVs aus der eigen Anstalt sich rausbilden. da ist Vetternwirtschaft Tür und Tor geöffnet und die fähigen und guten Beamten fallen hinten runter wenn sie keinen Führsprecher haben und somit sind nur unfähige Vorgesetzte in der Führung und die Krankenscheine werden immer mehr. diese Vorgesetzten haben von Mitarbeiter Führung und Menschführung keine Ahnung die ist auch der Hauptgrund das 57% der beamten vorzeitig in Pension gehen.

c20xe
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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von c20xe » 06.03.2016 10:19

Hallo zusammen,
so nun sind schon wider 1 Jahr ins Land geflossen und ich bekomme immer wieder Neuigkeiten aus meinem ehemaligen Bauernknast zugetragen (von einem Freund dort)...
-Mein ehemaliger Mobbing Meister, BDL des Strafbaues, in dem ich über 10 Jahre tätig war, hat doch den Weg in den Ruhestand gefunden, nachdem er 2x (ZWEIMAL) freiwillig verlängert hatte... --> Jeder Beamte kann es doch kaum erwarten, in den verdienten Ruhestand gehen zu können, JEDOCH BDL S.S. musste seine Mitarbeiter durch diese Verlängerungen weiter quälen... Er hat sich einen Nachfolger BDL herausgesucht, den er schon seit Jahren auf seine Nachfolge "hin gezüchtet" hatte...
Dieser ..... (jetzt würde ich beleidigend werden) hat durch die Nominierung seines Nachfolgers sich einen ebenwürdigen Nachfolger gesetzt... Beleidigungen ... Mobbing... Erniedrigungen gehören nun nach wie vor zum "guten Ton" im
Strafbau 2 !!!!
Dieses Mobbing.... diese Beleidigungen und Erniedrigungen werden auch nach wie vor durch VDL + AL geduldet und unterstützt ... spiegelt sich in den Beurteilungen nieder ...
Gott bin ich froh, das ich das ganze hinter mir habe...
Auf jeden Fall, wünsche ich dem ausgeschiedenen BDL mit Sicherheit keinen angenehmen Lebensabend als Pensionär , dass ihm seine Frau jeden Tag den A...... aufreißt... und er sich täglich 23 h 59 min so fühlt, wie es mir erging...
Mit freundlichen Grüssen
c20xe

Buzzi
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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von Buzzi » 09.03.2016 15:30

Vielen Dank für die Aktualisierung. Kenne Beispiele solcher Abläufe auch von der Feuerwehr. Desweiteren gibt es weitere Andeutungen bei der BW und Polizei, z.B.:
Folter-Polizist von Hannover, Folter bei der SEK Köln bei Aufnahmeritualen, ähnliches bei der Feuerwehr Rapen, Suizide bei der Polizei Köln, etc.
Aufgrund Deiner Schilderung kannst Du davon ausgehen, dass Deine Belastungsreaktion auf den Suizidfall erkennbar war und zu einer heimlichen Personalentscheidung führte. Was dem Beamten im Fall einer dienstlich verursachten Gesundheitsschädigung zustehen sollte dürfte klar sein. Bevor aber entsprechende Schritte auf dem Weg kommen wird der Kandidat frontal und hintenrum durch den Dreck gezogen um ihn zu Boden zu kriegen. Das persönliche Mobbing in einem allgemein (und gewollt) scheußlichem Arbeitsklima war eine gezielte Vernichtungsaktion nach dem gefassten Entschluss der Beseitigung. Der vorhersehbare Dienstausfall ist verkettet mit med. kontra-indizierten Einfluss auf die Heilbehandlung und Barrieren auf Rechtswegen. Ausgeführt von dummen Primaten, insgesamt aber eine hochentwickelte Philosofie des Personal-Managements.
Vergleiche mal mit den Erlebnissen eines Soldaten, Zitat: Die kennen kein Gesetz, nur Kaputt machen.
https://www.youtube.com/watch?v=eehblRo ... ture=share
Wenn Du meinst der Direktor sei der schäbigste Lump, dem zu begegnen sei, muss man erst einmal seine Vorgesetzten kennenlernen, die man üblicherweise gar nicht begegnet. Da steht man einer Machtpolitik gegenüber, verflochten mit Industriellen und Finanzinteressen. Für solche Kreise ist ein Polizist soviel wert wie ein Häftling oder Messerstecher. Hauptsache sie sind miteinander beschäftigt.

c20xe
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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von c20xe » 16.03.2016 15:49

Hallo Buzzi,
treffende Worte hast Du gefunden... "gezielte Vernichtungsaktion nach dem gefassten Entschluß der Beseitigung" --> Passt voll...

Nur ist es wohl für den "kleinen Diener" beinahe nicht möglich, juristische Gegenwehr zu leisten... zumal man in/nach solche einer jahrelangen Quälerei keine Kraft mehr dafür aufbringen kann...

Jetzt nach fast 10 jähriger Pensionierungszeit hätte ich die Kraft hierfür, jedoch ist der Zeitfaktor in dem Fall gegen mich... LEIDER... Verjährung usw... :-(

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