Grausame Jahre als ADL im Vollzug

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c20xe
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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von c20xe » 26.10.2012 19:41

Hallo Schäferhund und Mitleser,

also der Begriff "Bauerknast" gibt es für meine ehemalige JVA bestimmt schon seit über 100 Jahren. Da zu früherer Zeit überwiegend durch Landwirtschaft die Gefangenen dort Beschäftigt wurden. Die Außenmauer war an der niedrigsten Stelle gerade mal 1,50 Meter hoch (bis ca. 1992) !!!!!!!

In der Gegenwart hat der Namen immernoch große Bedeutung, da sehr viele Beamte aus der Landwirtschaft kommen, bzw kamen, und entsprechend sind auch die Umgangformen und Verhaltensweisen der ehemaligen Kollegen, Sorry, der ehemaligen Mitarbeiter, weil Kollegen sollten zusammenhalten und ein kollegiales Verhalten haben...

Bauernknast mit bauerhaftem Verhalten seitens 95% der Bediensteten, angefangen bei Anwärtern bis ganz nach oben. Umgangsformen sind teilweise unter aller Sau, eben Bauernhaft, wie vor 100 Jahren !!!

Die JVA hat immernoch eine sehr große Landwirtschaft mit entsprechender Außenstelle. --> Also stimmt der Begriff immer noch :D

Desweiteren hat die JVA in ganz Baden-Württemberg einen sehr schlechten Ruf, nicht nur unter Gefangenen sondern auch bei anderen Bediensteten von anderen JVA's in B-W.

Vor allem gilt dort schon seit sehr vielen Jahren das Motto : Ich hasse den Verrat, ich liebe den Verräter;
Chef, im Keller hat noch Licht gebrannt, ich habe es aus gemacht, und der XXXXXXX hat es angelassen !!!

Mit dem von mir betiteltem Bauerknast, den könnte man auch Drecksladen.... Saustall.... Rattenladen.... oder noch extremer Betiteln, da hört sich doch der Name "Bauernknast" angenehmer an :D

Gruß
c20xe

schäferhund
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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von schäferhund » 27.10.2012 09:06

Hallo c20xe,

danke für die Information - gut erklärt :wink:
c20xe hat geschrieben:Chef, im Keller hat noch Licht gebrannt, ich habe es aus gemacht, und der XXXXXXX hat es angelassen !!!
Wie bei uns, das hätte unsere Dienststelle sein können. :evil:


Gruß vom Schäferhund

arme Sau
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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von arme Sau » 27.10.2012 16:40

schäferhund hat geschrieben:Hallo c20xe,

danke für die Information - gut erklärt :wink:
c20xe hat geschrieben:Chef, im Keller hat noch Licht gebrannt, ich habe es aus gemacht, und der XXXXXXX hat es angelassen !!!
Wie bei uns, das hätte unsere Dienststelle sein können. :evil:


Gruß vom Schäferhund

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egyptwoman
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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von egyptwoman » 28.10.2012 02:07

arme Sau hat geschrieben:Wie bei uns, das hätte unsere Dienststelle sein können. :evil:
Ich denk das hätte fast jede Dienststelle sein können, meine alte dienststelle hätte das auch sein können. Ist doch von oben so gewollt, das sich die Kollegen untereinander "bespitzeln" und das dann brühwarm dem Chef erzählen, in der Hoffnung auf ne gute nächste Beurteilung und schneller befördert zu werden. Unsere Dienststelle wurde 2003 als damals modernste Anstalt neu eröffnet mit überwiegend neuem Personal frisch von der Schule. Am Anfang hatte man sich noch gut verstanden und das Betriebsklima war super, was natürlich den Vorgesetzten nicht geschmeckt hat, weil wenn sich alle einig sind wie kann ich dann irgendwas durchsetzen, was gegen den Willen der meisten ist, also wurden Gespräche mit einzelnen Mitarbeitern geführt und geschickt - wie die Vorgesetzten meinten - wurde man dann über andere Kollegen ausgefragt ala: was halten sie denn so von dem und dem Kollegen, wie macht er denn seine Arbeit etc. pp.
Nach einiger Zeit gab es wie wir sie nannten "Zuträger" also Leute die sich im Dienst freundlich bis freundschaftlich verhalten haben, aber schön jeden kleinsten Fehler oder was man sonst so erfahren konnte - teilweise eben auch über das Privatleben (bleibt ja manchmal nicht aus, das man sich auch mal auf privater Ebene unterhält) - nach oben getragen. Nach einiger Zeit hat dann jeder jedem Misstraut und schon war das gute Betriebsklima vom Anfang dahin und wenn sich jetzt jemand erlaubte offen seine Meinung zu sagen, wenn was nicht gepasst hat, war man eben schnell unten durch und man versuchte die "unliebsamen" Kollegen loszuwerden mit mehr oder weniger Erfolg.
Wenn ich die Postings hier so lese, ist das aber wohl eher Standard als Ausnahme.
Ich glaube manche Kollegen würden für 100 Euro mehr im Monat sogar ihre Großmutter verkaufen *ironie aus*.
Schade das manche Vorgesetzte einfach nicht verstehen können oder wollen, das ein gutes Betriebsklima sich auch auf die Arbeitsmoral auswirkt und der "Laden" dann eben besser läuft.

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c20xe
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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von c20xe » 28.10.2012 08:20

Hallo Egytwomen,

oh ja, da kommen grausame Erinnerungen in mir hoch... da ich vom Bund direkt in den Knast gewechselt hatte, wurde ich umso mehr entäuscht, als ich diese Art von "Kameradschaft "???"" im Bauernknast feststellen musste.
Stellt Euch mal vor, es werden neue Anwärter, die gerade mal ein paar Tage ihren Dienst versehen, schon so MANIPULIERT, dass diese noch "grünen und unbeeinflussten" Geschöpfe noch vor ihrem Einführungslehrgang zu regelrechten Tieren mutieren... habe es selber erleben dürfen !
Ein Anwärter, gerade 14 Tage im Dienst, fing an, an meinem "Stuhlbein" zu sägen ! Habe dies natürlich sofort festgetsellt und diese Person diesbezüglich kontaktiert. Seine Antwort hierrauf : "Das mußt Du verstehen, die Ausbildung ist ganz schnell vorbei und ich möchte danach gleich auf so einen Posten wie Du ihn hast !!!!" --> Also keinen ZBV oder Schrottdienst schieben... !!!
Dieser werte Mitarbeiter war natürlich nach dessen Aussage ganz schnell bei mir unten durch.

Die neuen werden auch durch den Ausbildungsleiter hierauf gedrillt, sobald irgendetwas auffällt, kann man sofort als Wasserträger fungieren und es entsprechend an einen gewissen Personenkreis , im Rahmen eines Kaffeekränzchen erörtern, sprich weitertragen !!!!

Da die Beförderungschancen eher ggggaaaannnnzzzzz mau aussehen, werden solche Kaffeekränzchen im regelmässigen Zyklus im VDL Büro oder schon auf der VDL gemacht !

Mein ehemaliger VDL hat ein berüchtigtes rotes Büchlein, in dem jegliche negative Situation notiert wird, und dieses rote Büchlein wird sehr oft gezückt, gerade bei den Beurteilungen und bei den regelmässigen Gespärchen mit dem AL !!!

Na mit den 100 Euro Verräterprämien liegst Du doch schon relativ hoch... würde die Zahl auf 50 Euro reduzieren :-) Und da wird schon die ganze Familie verkauft !!!!

Gruß
c20xe

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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von egyptwoman » 29.10.2012 03:16

Das schönste waren immer die Sätze meiner Vorgesetzten: Denken Sie an Ihre Beurteilung.
Meine Gegenantwort war mal grundsätzlich (weil ich nie als Wasserträger fungiert habe): die ist mir sowas von egal; ganz extrem war mal meine folgende antwort: kann ich mein Klo mit tapezieren, interessiert mich nicht die Bohne und wenn andere die nach mir kamen vor mir befördert werden ist mir das auch egal, weil ich mich morgens noch im Spiegel anschauen möchte;
Dieses ganze von anfang an gehetzte nach möglichst schneller Beförderung um mal 100 euro mehr in der Tasche zu haben, ging mir schon immer auf den Nerv. Für mich war nur wichtig das ich mit meiner Arbeit zufrieden war und das war ich, was andere davon gehalten haben, war mir wurscht.
Natürlich wenn jemand Familie mit Kindern daheim hat sind 100 Euro mehr schon nicht zu verachten bei den Lebenshaltungskosten, das viel aber bei mir aus, weil ich alleine war und meine Tochter schon erwachsen und trotzdem die Kollegen wussten das ich nicht nach oben buckel und nach unten trete wurde gemobbt, unterstellt, Gerüchte in Umlauf gebracht. Hab ich bis heute nicht verstanden.
Wenn man es mal ganz sarkastisch ausdrückt muss ich den Kollegen ja eigentlich dankbar sein, sie haben es geschafft das ich in Pension bin und jetzt die Sonne Ägyptens genießen darf, während sie weiterhin ihre Intrigen gegen andere spinnen müssen. Wie gesagt das ist sarkastisch gemeint, ich hätte natürlich lieber meinen Job weiter ausgeübt, weil er mir trotzdem Spaß gemacht hat, aber das ist ein für allemal vorbei das weiß ich und wurde auch festgestellt.
c20xe sieh es einfach so, alles was man dir mal angetan hat kommt irgendwann als Bumerang zurück, so wie es im Leben ist.
Das wichtigste Gut was wir haben ist unsere Gesundheit und die ist mir zehnmal wichtiger als irgendeine Beförderung, von der ich mir wenn die Gesundheit ruiniert ist, auch nichts kaufen kann.

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schäferhund
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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von schäferhund » 29.10.2012 13:09

egyptwoman hat geschrieben: wenn andere die nach mir kamen vor mir befördert werden ist mir das auch egal, weil ich mich morgens noch im Spiegel anschauen möchte;
vernünftige Einstellung :D
egyptwoman hat geschrieben: aber das ist ein für allemal vorbei das weiß ich und wurde auch festgestellt.
Ich dachte, dass bei Dir Nachuntersuchungen folgen mit der späteren Entscheidung, ob Du evtl. reaktivierst werden kannst. Oder habe ich da was durcheinander gebracht ? Auch möglich !
egyptwoman hat geschrieben:Wenn man es mal ganz sarkastisch ausdrückt muss ich den Kollegen ja eigentlich dankbar sein, sie haben es geschafft das ich in Pension bin
Ist Dir zufällig bekannt, ob Deine Stelle nach Deiner Pensionierung wieder neu besetzt worden ist ? Falls ja, mit wem (z.Bsp. von Angehörigen von Vorgesetzten, oder von sonstigen Peinigern)
egyptwoman hat geschrieben: alles was man dir mal angetan hat kommt irgendwann als Bumerang zurück, so wie es im Leben ist.
Hatten da auch so einen Fall:

Ein sogenannter "Kollege" erzählt mir u. zweiten Bedienst. an seinem vorletzt. Arbeitstag, dass die Gerüchte über ihn doch stimmen würden - er war viele Jahre hinweg ein "Zuträger".
Zitat: "Wenn ich der Meinung war, das sollten die Chefs wissen - dann habe ich dies & das über meine Kollegen ihnen auch berichtet. Es sind doch schließlich unsere Chefs - und die müssen einfach alles über ihr Personal wissen"

Ca. 15 Jahre später läuft mir dieser "Zuträger" (inzwischen knapp 80) wieder über den Weg. Man unterhält sich u. ich werfe dem Mann sein früheres
Fehlverhalten vor. Antwort: "Ich weiß, dass ich da viel Leid über meine Kollegen gebracht habe - ich fühle mich auch wie ein Schwein. Ich bin nun aber ein gläubiger Mensch geworden und bete täglich für diese Leute"

Das Gespräch musste dann beendet werden, weil dieser Mensch dann das Heulen anfing.

na dann .........Amen :lol:

Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen: So schnell wie dieser Typ ist bei uns keiner befördert worden. Von A5 zu A9+Z. in unter 20 Jahren !!!


und noch was:
egyptwoman hat geschrieben:Das wichtigste Gut was wir haben ist unsere Gesundheit und die ist mir zehnmal wichtiger als irgendeine Beförderung, von der ich mir wenn die Gesundheit ruiniert ist, auch nichts kaufen kann.
100 % Zustimmung :D

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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von egyptwoman » 30.10.2012 00:43

schäferhund hat geschrieben:Ich dachte, dass bei Dir Nachuntersuchungen folgen mit der späteren Entscheidung, ob Du evtl. reaktivierst werden kannst. Oder habe ich da was durcheinander gebracht ? Auch möglich !
Nein, du hast da nichts durcheinander gebracht, ich kann durchaus reaktiviert werden, aber nicht mehr im aktiven Justizvollzug und überhaupt nicht in einer JVA, das wurde durch den AA schon festgestellt, es ist aber möglich das man mich auf einen anderen Dienstposten setzt und mich evtl umschult (Verwaltung außerhalb der JVA).

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arme Sau
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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von arme Sau » 01.11.2012 13:36

egyptwoman hat geschrieben:
arme Sau hat geschrieben:Wie bei uns, das hätte unsere Dienststelle sein können. :evil:
... Ist doch von oben so gewollt, das sich die Kollegen untereinander "bespitzeln" und das dann brühwarm dem Chef erzählen, in der Hoffnung auf ne gute nächste Beurteilung und schneller befördert zu werden. ... das Betriebsklima war super, was natürlich den Vorgesetzten nicht geschmeckt hat, weil wenn sich alle einig sind wie kann ich dann irgendwas durchsetzen, was gegen den Willen der meisten ist, also wurden Gespräche mit einzelnen Mitarbeitern geführt und geschickt - wie die Vorgesetzten meinten - wurde man dann über andere Kollegen ausgefragt ...
Nach einiger Zeit gab es wie wir sie nannten "Zuträger" also Leute die sich im Dienst freundlich bis freundschaftlich verhalten haben, aber schön jeden kleinsten Fehler oder was man sonst so erfahren konnte ... nach oben getragen. ....
Wenn ich die Postings hier so lese, ist das aber wohl eher Standard als Ausnahme.
Ich glaube manche Kollegen würden für 100 Euro mehr im Monat sogar ihre Großmutter verkaufen *ironie aus*.
Schade das manche Vorgesetzte einfach nicht verstehen können oder wollen, das ein gutes Betriebsklima sich auch auf die Arbeitsmoral auswirkt und der "Laden" dann eben besser läuft.

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Wollt nur noch mal den einen Satz hervorheben !
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Lollo
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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von Lollo » 05.11.2012 13:43

Hey,

bin neu hier und habe den Thread aufmerksam verfolgt. Mir geht es ähnlich, werde hier in unserer JVA gemobbt. Wieviel Pension stünde mir im Falle einer Dienstunfähigkeit zu? Bin nun 23 Jahre im AvD, A8, tätig (20 Jahre plus 3 Jahre Vordienstzeit im öffentlichen Dienst). Wieviel dürfte ich neben meiner Pension dazuverdienen? Was ist, wenn die Anstaltsleitung meine Mobbingbeschwerde nicht Ernst nimmt, verharmlost oder es sogar aussitzt bzw. nicht reagiert? Anwaltliche Hilfe sollte das letzte Mittel sein...unserem Personalrat vertraue ich nicht ausreichend, daher wende ich mich auch nicht an ihn.
Wer weiß was und kann mir genaue Auskunft geben? Ich freue mich auf adäquate Antworten. Vielen Dank!

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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von schäferhund » 05.11.2012 16:49

Hallo Lollo,

zunächst herzlich willkommen hier im Forum. :D

Ich bedauere sehr, dass Du momentan solche Schwierigkeiten in Deiner Dienststelle hast. Würde man alle Mobbing-Erfahrungen der Forumsteilnehmer hier auf DIN A4 -Papier ausdrucken, könnte man wahrscheinlich das gesamte Berliner Reichstagsgebäude damit vollständig tapezieren. :D
Lollo hat geschrieben:Wieviel Pension stünde mir im Falle einer Dienstunfähigkeit zu?
Ob nun Mobbing gleich ein berechtigter Grund für eine Dienstunfähigkeit ist, möchte ich zunächst mal bezweifeln. Ich gebe aber zu, dass es hier und da Fälle gibt, in denen Menschen an den "Abgrund" getrieben werden und früher oder später teilweise schwer krank werden. Im Falle einer Frühpensionierung wären es aufgrund Deiner geschilderten Angaben etwa 1100 € (Netto) wobei hier Deine persönl. Verhältnisse ( z.Bsp. Steuerklasse etc.) nicht berücksichtigt sind.
Lollo hat geschrieben:Was ist, wenn die Anstaltsleitung meine Mobbingbeschwerde nicht Ernst nimmt, verharmlost oder es sogar aussitzt bzw. nicht reagiert?
Hast Du bereits in dieser Angelegenheit Kontakt zu Deinen Vorgesetzten gesucht ? Oder ist es die Gefängnisleitung selbst, die da herummobbt ?
Lollo hat geschrieben: Anwaltliche Hilfe sollte das letzte Mittel sein.
Bist Du in einer Gewerkschaft / Berufsvertretung? Oft gibt es hier Fachberatung, bzw. juristische Vertretung je nach Fall kostenlos (Einzelfall ist da natürlich entscheidend)
Lollo hat geschrieben:.unserem Personalrat vertraue ich nicht
Je kleiner die Behörde, desto mehr vertritt d. Personalrat die Interessen der Amtsleitung (sollte aber nicht pauschaliert werden!)
Lollo hat geschrieben:Wer weiß was und kann mir genaue Auskunft geben?
Versuche Gespräche mit geeigneten Kolleginnen/Kollegen , Angehörigen, Feunden, Hausarzt usw. zu finden. Nahezu überall findet man Mobbingberatungen, bzw. entsprechende Foren im Internet.

Wünsche Dir alles Gute :wink:

Gruß vom Schäferhund

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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von egyptwoman » 05.11.2012 22:53

schäferhund hat geschrieben:Im Falle einer Frühpensionierung wären es aufgrund Deiner geschilderten Angaben etwa 1100 € (Netto) wobei hier Deine persönl. Verhältnisse ( z.Bsp. Steuerklasse etc.) nicht berücksichtigt sind.
Also ich war 10 Jahre dabei, A7 und bekomme ein bisschen mehr wie 1100 Euro Netto. Die genaue höhe deiner jetzigen Ansprüche kannst du dir aber von deiner Bezügestelle ausrechnen lassen. Es wird zwar kein Bescheid sein, der dann 100% sein wird, jedoch hättest du da schonmal ungefähr eine Hausnummer, falls du wirklich in Pension gehen solltest. Ich denke bei 23 Jahren Dienstzeit und A8 dürfte wohl ein bisschen mehr als die Mindestpension von ungefähr 1400 Euro (Brutto) rauskommen. Wie schon geschrieben, kommt auch auf deine Steuerklasse und den Kinderfreibetrag (soweit vorhanden) an. Natürlich musst du dann von dem Nettobetrag noch die KV abziehen, der Betrag verringert sich aber dann auch da bei einer Pensionierung 70% die Beihilfe übernimmt und du dich dann "nur noch" mit 30% versichern musst.
Hoffe allerdings das es dir erspart bleibt vorzeitig in den Ruhestand versetzt zu werden und sich da noch eine andere Lösung findet, vielleicht eine andere Dienststelle, auch wenn man dafür u.U. einen längeren Fahrtweg in Kauf nehmen müsste.

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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von Lollo » 07.11.2012 09:33

Ich danke Euch beiden für die informative Auskunft! Nein, habe mich noch nicht an den Anstaltsleiter gewandt. Bin noch am formulieren u. Beweise sammeln, aber fast abgabebereit. Ich habe mich ein paar wenigen Kollegen bereits anvertraut. Nein, war mal im BSBD, habe aber eine Berufsrechtsschutzvers. und werde mich, sofern sich nach meiner Beschwerde nichts tut, einen RA aufsuchen und mich beraten lassen. Dies sollte aber, wie schon erwähnt, das letzte Mittel sein. Sollte der Anstaltsleiter nicht reagieren, würde sich das Schreiben des RA ja gegen den Anstaltsleiter richten. Will heißen, das sollte gut überlegt sein, da ich hier dann NIX mehr erwarten kann. Daher habe ich mich vorsichtshalber mal über Frühpension informiert, vielleicht will er mich dann ja loswerden, wer weiß...Unser Anstaltsleiter ist bekannt dafür, dass er gerne aussitzt...Ich hoffe natürlich, dass sich alles zum Guten wendet, aber ich habe arge Bedenken, zumal mein unmittelbarer Vorgesetzter kräftig mitmacht beim Mobbing, insges. sind es drei kompetenzfreie Personen - gegen die habe ich kaum eine Chance. Ihr Ziel ist es, mich aus unserem gemeinsamen Bereich zu entfernen. Kompetenzmäßig kann mir keiner von denen nur annährernd das Wasser reichen u. daher werde ich natürlich als Konkurentin bzgl. A 9 gesehen...und gerade diese Stellen sind bei uns sehr rar... Man muss sich nur oft genug bei Vorgesetzten über eine Person beschweren, dann funktioniert das auch. Man selbst wird ja in den seltensten Fällen von den Vorgesetzten zu den Vorwürfen befragt, leider :!: Naja, abwarten.
Um noch mal auf die Frühpension zu sprechen zu kommen. Hier bei uns sind schon mehrere KollegInnen in Frühpension aufgrund Mobbing gegangen, irgendwann schlägt es automtisch auf die Gesundheit und die ist mir heilig. Habe Steuerklasse 1 ohne Kinder. Dürfte ich neben der Pension dazuverdienen? Wenn ja, wieviel? Da gehen die Meinungen nämlich arg auseinander.
Ansonsten heißt es nun Daumendrücken für mich, dass die Gerechtigkeit siegt u. die Arschgeigen einen zwischen die Hörner erhalten - träumen ist ja auch schön. :roll:
Zuletzt geändert von Lollo am 07.11.2012 16:12, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von egyptwoman » 07.11.2012 16:00

Sofern die Anstaltsleitung wie du so schön schreibst das aussitzt, kannst du dann über das Ministerium gehen und dort deine Beschwerde vorbringen. Klar muss erstmal der Dienstweg eingehalten werden, schwierig wird es halt nur, wenn nicht nur die Kollegen sondern auch die Vorgesetzten beim Mobbing/Bossing mitmachen. Es gibt ja eigentlich in jeder Anstalt eine Beschwerdestelle (bei uns war das "sinnigerweise" der Anstaltsleiter selbst, ganz super wenn dieser teil der Mobbing/Bossing-Aktion ist). Solange du gesundheitlich nicht angeschlagen bist (du schreibst was von deine Gesundheit ist dir heilig, also scheinst du zumindest nervlich noch nicht so angegriffen zu sein, das du krankgeschrieben bist), wird man sicher versuchen eine Lösung zu finden, ob es allerdings dann sinnvoll ist weiterhin in der alte Dienststelle die für das Mobbing zuständig ist zu bleiben, ist fraglich. Setz dem Anstaltsleiter auch eine Frist bis wann du eine Antwort von ihm haben willst und sollte er wie du schreibst das ganze Aussitzen wollen, wende dich an deinen zuständigen Personalsachbearbeiter im Ministerium mit der Kopie des SChreibens an deinen Anstaltsleiter. Das Ministerium wird es nicht aussitzen, allerdings wird es sich natürlich mit dem Anstaltsleiter in Verbindung setzen und das dürfte dem so gar nicht gefallen, was nach meinen Erfahrungen (nicht unbedingt eigene sondern das was man von anderen Kollegen in ähnlicher Situation so erfahren hat) eher dazu führen das die ganze Sache noch verschärft wird.
Ich hoffe das du den Weg in die Frühpensionierung nicht gehen musst und in deinem Fall würd ich auch keinen eigenen Antrag stellen, sondern warten, wie das Ministerium reagiert, ob sie dich zum AA schickt.
Drück dir die Daumen das alles gut wird und du nicht in die Frühpensionierung gehen musst, da grad die finanziellen Einbußen schon erheblich sind.

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Re: Grausame Jahre als ADL im Vollzug

Beitrag von schäferhund » 07.11.2012 19:42

Lollo hat geschrieben: Hier bei uns sind schon mehrere KollegInnen in Frühpension aufgrund Mobbing gegangen,
Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass Mobbing zum Zwecke des Personalabbaus eingesetzt wird. Es tauchen hier und da sogar immer wieder mal Gerüchte auf, wonach den Mobbern sogar Prämien gezahlt werden, sobald sie jemanden aus dem Dienst geekelt haben. Kann ich mir zwar nicht so ganz vorstellen, aber man weiß ja nie ....... :shock:
Lollo hat geschrieben:
insges. sind es drei kompetenzfreie Personen - gegen die habe ich kaum eine Chance.
Sind diese drei Leute Vorgesetzte von Dir ?
egyptwoman hat geschrieben: wende dich an deinen zuständigen Personalsachbearbeiter im Ministerium
Da kann man nur hoffen, dass der dann nicht ein ehem. Studienfreund oder sonst. Bekannter des Behördenleiters ist. Alles schon vorgekommen ! :evil:

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