Tauchexpedition Ägypten

Hier wird sich über Urlaubsreisen und Reisetipps unterhalten.
Antworten
Benutzeravatar
Mikesch
Beiträge: 1932
Registriert: 16.01.2006 09:52
Behörde: Zollverwaltung
Wohnort: OL
Kontaktdaten:

Tauchexpedition Ägypten

Beitrag von Mikesch » 30.04.2006 02:41

Ok, wenn es vielleicht Manchem nervt, ich tauche halt gerne und ein paar Taucher gibt es in diesem Forum auch ;-)

Ziel war, neue unberührte Tauchgebiete im südlichen Ägypten zu erschliessen. Drei Wochen ohne Landgang mit fremden Leuten auf engem Raum.
Wer sich für den Originalbericht mit ein paar Bildchen und die Tauchplatzbeschreibungen interessiert, findet den Bericht auf meiner HP:
http://www.deinklick.de/Tauchexpedition_Aegypten.html

Josef Blumenschein, Eigner der Tutu1 hatte die Idee, mit ein paar ausgesuchten Leuten die Riffe südlich der St. Johns zu betauchen.
Gerhard Strobel, GF des Reiseveranstalters DTTI in Nürnberg übernahm die Organisation. Hier hat er ziemlich auf die Brause gehauen, ob der Anforderungen...

Schon im September 01 rührte Gerhard die Werbetrommel, doch erst Anfang März stand die Expedition fest. Expedition ist wohl nicht der rechte Ausdruck ;-)
Denn wir hatten an Bord den gleichen Service wie auf den Safaris üblich (hier besonders zu erwähnen das an Körperverletzung grenzende gute Essen), jedoch mit dem Unterschied, dass jeder tauchen konnte wie er wollte und wir auch ein paar Riffe angefahren haben, die wohl tatsächlich noch nicht betaucht worden sind.
Wir waren eher ein Taucherstammtisch, der mal ne Runde tauchen geht ;-)
Neben Josef und Crew waren wir eine Gruppe von 8 Männern und vier Frauen.
Am 6.8.02 am Spätnachmittag wurden wir dann von Gerhard am Flughafen Hurghada eingesammelt.
Nach einem Erfrischungsbier ging es dann mit dem Bus nach Marsa Alam, wo das Schiff auf uns wartete.

Um 2:00 Uhr Morgens erreichten wir unser Ziel, hier wurden wir erst einmal mit einem mächtigen Essen abgefüttert. Das war auch nicht was für jeden, ich sag ja, Körperverletzung...

Nach einem kleinen Schläfchen stachen wir dann in See. Natürlich wollten wir nicht mit einem Gewaltmarsch direkt zu den St. John`s, sondern auf dem Hinweg einige bekannte Plätze betauchen.

Das Rote Meer gehört garantiert nicht zu den Tauch-Spots der Welt. Manchmal ist es erschreckend. Ich denke mal, dass hier mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Klar, die Taucher machen auch so einiges kaputt, aber vor einigen Jahren hat bis Marsa Alam die Dornenkrone gewütet und der rauhe Seegang richtet auch so einiges an.
Es gibt nur wenige Riffe, wo der Bewuchs auch jenseits von 30m noch halbwegs prachtvoll erscheint.

Nach 3 Tagen erreichten wir die St. John`s. Hier wurde eine deutliche Besserung der Riffe sichtbar. Auffällig sind, von Ausnahmen abgesehen, Schäden in tieferen Bereichen. Bis 15m sind sie nahezu intakt.
Dies ist eher eine biologische Einlassung, denn wenn auch nicht alles lebt, wie dies vielleicht jemand aus z.B. Indonesien her kennt, so ist die UW-Landschaft zum Teil einfach grandios. Höhlen, Steilwände, Ergs...

Am 6. Tag erreichten wir ein Riff weiter im Süden, welches uns Rätsel aufgab. Hier hat garantiert noch niemand getaucht ;-)
Es sah aus, als wenn hier die Amis einen Bombenangriff geflogen hätten. Einfach nur Tot, kein Fisch, keine lebende Koralle. Es sah aus, als wenn der Zustand schon Jahre so wäre. Aber wieso ist nichts nachgewachsen? Woher kommen die seltsamen Trichter? Das Riff muss mal grossartig ausgesehen haben. Nur ein riesiger Riesenzacki zog einsam seine Patrouille.

Nun, wir sind die unterschiedlichsten Menschen und dann drei Wochen auf See? So verschieden wir sind, aber wir sind ein richtiges Team und verstehen uns prächtig.
Alle? Na ja, nicht alle...
Ein "Problemkind" hatten wir an Bord. Aber nach einem Abend mit etlichen Bieren konnten wir seine Hormone ein wenig beruhigen.

1 1/2 Wochen sind nun rum, allmählich fangen wir ganz schön an, herumzualbern, die Stimmung ist prächtig. Natürlich haben da wohl die neuen (oder ist es nur eines..) Riffe beigetragen, die ich zu den Top-Spots des Roten Meeres zähle. Aber wahrscheinlich ist es eher der Stickstoff.
3 -4 Tg am Tag mit einer gesamtverweildauer von 3 - 5 Stunden je Tag im Wasser, das kann nicht ohne Folgen bleiben...

Ich mag nicht überheblich klingen, aber es ist schon angenehm, nicht auf Anfänger oder Urlaubstaucher Rücksicht nehmen zu müssen. Keine nervenden Guides, man geht tauchen wenn/wann man mag, ob solo oder zu zweit. Tiefen, dass Andere meinen, man hätte den Compi auf Fuss umgestellt, Deko, keinen Menschen interessiert das hier. Kein Gejammer über Seegang.

Leider hatten wir auch "Verluste" hinzunehmen. Henning, dessen Ohr streikte, oder Ralf, dessen Entzündung des Zehs auch auf den Fuss überging. Dazu noch ein Jacket und ein geplatzer Hochdruckschlauch.

Hier, kurz vor dem Sudan, setzt uns das Wetter allmählich doch zu. Feuchter als in den Tropen, und das bei 350. Nachts findet man kaum Schlaf.
Irgend jemand scheint ein Aphrodisiakum ins Meer geschüttet zu haben...
Die Fische spielen völlig verrückt. Hier Kuscheln Napoleons mit Muränen oder Barschen. Herden von Kugelfischen ziehen umher...
Tja, und zwei unserer Frauen wären hier wohl besser nicht tauchen gegangen, sie müssen etwas von dem Wasser geschluckt haben ;-)
Augenscheinlich war hier tatsächlich noch kein Taucher, manche Fische sind ganz schön neugierig. Bei dem einen Barakuda war mir dies nicht ganz geheuer.
Nun ist allmählich "Heimreise" angesagt, Josef möchte uns noch ein paar Spots bei den St. John`s zeigen. Nun wird es auch allmählich wieder "kühler". Kaum zu glauben, was ein paar Kilometer ausmachen. 4 - 6 Bf, Wellenhöhen bis 2m. Endlich wieder normales Wetter, die Schwitzerei hat endlich ein Ende.

Hier bei den St. John`s habe ich dann auch was für mich Neues entdeckt...
Da mache ich einen Tg über 86m, da entdecke ich eine Wand in der es recht rot leuchtet. Die Wand sah einfach nur geil aus mit ihrem fluoreszierenden rot, fast wie im Traum. Aber rot, in dieser Tiefe? Ich glaubte an einen beginnenden Tiefenrausch und machte, dass ich nach oben kam.
Am nächsten Tag entdeckte ich am "Eden Reef" wieder eine solche Wand. Nun war mir klar, kein Tiefenrausch.
Eine mögliche Erklärung: Schwämme (Bohrschwamm) die Schwermetalle speichern. Diese Schwämme sind nur mm dick auf der Korallenoberfläche, bohren sich in diese hinein und saugen sie aus.
Die Zeit ist verflogen wie im Fluge. Schon stehen wir wieder in Marsa Alam am Pier und warten auf den Bus.
Zuletzt geändert von Mikesch am 31.05.2011 13:16, insgesamt 1-mal geändert.
SELECT 'dreams' FROM 'erinnerungen' WHERE HARDCORE = 'yes'
Fotografie, Internet, Reisen, Tauchen & Tools
http://www.zuhause-im-wohnmobil.de

Markuskirst
Beiträge: 1
Registriert: 31.05.2011 12:49
Behörde:

Beitrag von Markuskirst » 31.05.2011 13:04

Hallo Mikesch,

bin gerade auf deinen Beitrag zum Tauchen in Ägypten gestoßen.
Der Bericht auf deiner HP ist wirklich interessant und für deine "Expedition" kann man dich nur beneiden ;-)

Ich war im letzten Jahr in Sharm el Sheikh tauchen, das erste Mal seit ca. 5 Jahren - wurde auch mal wieder Zeit. Bei uns ging es allerdings die ersten 3 tage auf Nilkreuzfahrt und anschließend ins Hotel nach Sharm-el-Sheikh. Die Mischung aus Side-Seeing und Tauchurlaub kann ich jedem Unterwasserbegeisterten nur empfehlen. Auf http://www.sharm-el-sheikh.de/ findet man auch zahlreiche Infos zu den Tauchspots und um welche Jahreszeit sich der Urlaub hier besonderns empfiehlt. Gerade durch die Aufstände in Ägypten sind die Preise ja stark gesunken.
;-)
Gruß

Markus

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Werbung