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Selbstegedichtetes von Beamten
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Grenzen_Looser
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Beitrag von Grenzen_Looser » 16.05.2006 14:49

Hallo Zollwolf1960,

bist Du sicher, daß Du den richtigen Job hast?

Schön, wirklich schön.

Danke


G.

Zollwolf1960
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Beitrag von Zollwolf1960 » 19.05.2006 08:23

Hallo,

@Grenzen_Looser
Danke dir, hier kommt Nachschub:

Auf der Brücke

Gedankenverloren stehe ich hier,
ich blicke in den großen Fluss,
das Fließen ist zeitlos,
ist das ein Teil der Ewigkeit?

Die Menschen nutzen den Fluss vielfältig,
Schiffe befördern Waren,
Flusswasser kühlt Kraftwerkstürme
und manche Menschen missbrauchen ihn als Kloake.

Der Fluss transportiert sich selbst ins Meer,
er führt Sand und Steine mit sich,
Fischen bietet er Lebensraum,
Menschen treiben auf und in ihm Wassersport.

Wie viele Seufzer hat er schon gehört?
Wie viel Elend hat er gesehen?
Wie vielen Menschen bringt er Entspannung?
Wie oft ist er schon besungen worden?

Ein Fluss sucht sich seinen eigenen Weg,
seine Kraft ist kaum fassbar.
Er bringt Hoffnung und Verderben,
Not und Freude.

Jeder Fluss besteht aus Tränen,
aus noch zu weinenden Freudentränen,
er fließt wie das Leben,
er macht Sehnsucht nach Hause.
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

Man sollte sich die Gelassenheit eines Stuhles zulegen können, der muss auch mit jedem A.... klarkommen.

Zollwolf1960
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Beitrag von Zollwolf1960 » 19.05.2006 08:25

Wasserspiegel

Ich sitze am Hafenbecken,
von dort habe ich einen guten Blick,
ich sehe den großen Fluss
und in der Ferne den Kirchturm.

Die Blüten der Bäume und Sträucher,
sie erfreuen das Auge und die Nase,
das frische Gras bildet einen Teppich,
ein Erpel gleitet durchs Wasser.

Kleine Wellen brechen das Sonnenlicht,
ich genieße die wohlige Wärme,
eine leichte Brise trägt Fliederduft zu mir,
die Rangierlok zieht pfeifend Waggons.

In der Nähe lärmen Straßenarbeiter,
sie machen nur ihren Job,
Autos rauschen vorbei,
die Mittagspause ist beendet.

Auf dem Rückweg treffe ich einen Kollegen,
gemeinsam betreten wir das Betriebsgelände,
die Arbeit wartet schon,
aber sie ist geduldig.
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

Man sollte sich die Gelassenheit eines Stuhles zulegen können, der muss auch mit jedem A.... klarkommen.

Zollwolf1960
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Beitrag von Zollwolf1960 » 19.05.2006 08:27

Melancholie

Die Sonne strahlt und wärmt,
ihre Strahlen wärmen nur äußerlich,
der Regen fällt und nässt die Erde,
er nässt nur das Äußerliche.

Ich fühle mich leer,
verlassen, traurig, einsam,
das Leben ist so sinnfrei,
kein Licht am Ende des Tunnels.

Der Tunnel ist meine Heimat geworden,
die Dunkelheit mein ständiger Begleiter,
es ist menschenleer
und so still.

Da, ein Geräusch.
Wer wagt es, mich zu stören?
Es ist dieser penetrant Gutgelaunte.
Was ist das denn?

Er weint, ist total fertig und wirkt gebrochen,
ich nehme ihn in den Arm,
er redet sich alles von der Seele,
danach fühlen wir uns viel besser.

Ich verlasse mit ihm gemeinsam den Tunnel,
seine Verletzlichkeit ist mir klar geworden,
ich blicke jetzt hinter die Fassaden der Menschen,
es ist fast alles nur Schein.
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

Man sollte sich die Gelassenheit eines Stuhles zulegen können, der muss auch mit jedem A.... klarkommen.

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Beitrag von Zollwolf1960 » 19.05.2006 08:30

Eine besondere Diskussion

Paul kommt mit seinen Kindern Ansgar und Friederike vom Gottesdienst heim. Der Herr Pfarrer hat heute eine flammende Predigt gegen die Sünde gehalten. Doch was können Worte schon ausrichten? Die ganze Welt ist verdorben und überall begegnet einem die Sünde. Der Teufel ist schon viel zu stark und hoffentlich schickt Gott bald seine himmlischen Heerscharen zum Aufräumen. Wie gut ist es doch, ein Christ zu sein und zu wissen, dass es nach diesem irdischen Jammertal das ewige Heil gibt und die Erlösung. Ein Gott gefälliges Leben zu führen ist sehr anstrengend, doch das nimmt Paul ohne zu murren in Kauf, schließlich wartet das Paradies nach seinem Tod auf ihn. Seine Kinder erzieht er nach dem christlichen Glauben, er züchtigt sie in Gottes Namen und hat ihnen das 4. Gebot eingebläut: Du sollst Vater und Mutter ehren, auf das es dir wohl ergehe im Leben. Schließlich möchte er sie vor der Hölle bewahren. Mit seiner Frau Benedikta hat er einen Glücksgriff getan und dankt dafür täglich Gott. Sie liebt Paul sehr und ist außergewöhnlich fromm. Jetzt geht sie zum Gottesdienst, denn die Kinder brauchen Aufsicht sowie Anleitung und Paul und Benedikta sind sich im Klaren darüber, dass der Teufel nur auf eine Gelegenheit wartet, ihnen die Kinder zu entfremden und deren Seelen an sich zu reißen. Gott sieht schon, was die Beiden alles für ihre Kinder tun, denn Kinder sind nun mal ein Geschenk von ihm. Etwas Geschenktes muss pfleglich behandelt werden und wenn es zu verschmutzen droht, ist eine Reinigung von Nöten.

Eines Tag klingelt es und ein Paar steht vor der Tür. Er ist Mitte 40 und seine Frau Anfang 40. Benedikta öffnet die Tür, denn das Paar macht einen sehr vertrauenswürdigen Eindruck. Sie ruft Paul hinzu und auch er ist sofort von ihnen angetan. Freundlich bitten sie sie hinein. Lächelnd nehmen sie das Angebot an: „Sie sind beide sehr höflich und freundlich. Vielen Dank, dass Sie uns hereinbitten.“ „Das ist die Nächstenliebe, die unser Herr Jesus uns gepredigt hat. Seine Gebote befolgen wir, seitdem wir denken können. Nur gottesfürchtige Menschen gelangen nach dem Tod ins Paradies.“ „Das haben Sie sehr schön gesagt. Darf ich uns vorstellen? Das ist meine Frau Eva und ich bin Luzius, Luzius Hellmann.“ „Das ist meine Frau Benedikta und ich heiße Paul Gruber. Im Wohnzimmer befinden sich noch unsere Kinder Ansgar und Friederike. Folgen Sie mir bitte.“

Artig begrüßen Friederike und Ansgar die Besucher: „Guten Tag Herr und Frau Hellmann. Ich bin Friederike und das ist mein Bruder Ansgar. Wir besuchen beide das Gymnasium, ich die neunte Klasse und Ansgar die siebte. Wir ziehen uns in unsere Zimmer zurück, damit Sie sich ungestört mit unseren Eltern unterhalten können.“ Ansgar nickt zustimmend, sagt auch guten Tag und geht mit seiner Schwester ins Kinderzimmer.

Paul fragt Luzius: „Nennen Sie mir bitte doch den Grund, was Sie veranlasst hat, uns zu besuchen.“ „Uns ist Ihr Lebenswandel aufgefallen, wie Sie beispielsweise mit Menschen umgehen oder wie freundlich Sie sind. Wir sehen, dass Sie und Ihre ganze Familie regelmäßig die Gottesdienste besuchen. Dürfen wir mit Ihnen über all diese Dinge sprechen?“ Zwischenzeitlich hat Benedikta Kaffee gemacht und bietet den Hellmanns welchen an: „Nehmen Sie Milch und Zucker dazu?“ „Nein danke, wir trinken ihn schwarz, wie die Sünde. Oh Verzeihung, ist mir so heraus gerutscht. In einem christlichen Haus vermeide ich solche Worte normalerweise.“ Benedikta lächelt und meint nur, dass manche Redewendungen einfach unbedacht ausgesprochen werden. „Wir sind eben Menschen, die ihre Fehler haben.“ „Ja, wie wahr.“ „So, Sie möchten also über unseren Lebenswandel sprechen. Das können wir gerne machen, nur zuvor möchte ich Sie bitten mir zu beschreiben, wie Sie zum christlichen Glauben stehen.“ „Ein fester Glaube gibt Sicherheit. Den christlichen Glauben betrachte ich seit langer Zeit schon mit großem Interesse. Ja, der Herr Jesus hat viele Dinge hinterlassen, die von großer Weisheit zeugen.“ „Ja, denn er ist Gottes Sohn und Gott Vater hat ihn auf die Erde gesandt, damit er uns von der Erbsünde befreit und uns den Weg frei macht, um in den Himmel gelangen zu können, aber nur dann, wenn wir uns bemühen, ihm zu folgen.“ „Das ist schon mal ein guter Ansatzpunkt.“ Eva lächelt und erwidert: „Das ist mir alles bekannt und ich sehe mit Freuden, wie sich rechtschaffene Menschen verhalten. Das Gebot der Nächstenliebe hat doch Früchte getragen.“ Paul schaut auf Eva. Klingt da etwas mit, was seinen Glauben erschüttern könnte? Schließlich hat Eva doch den Adam verführt und deshalb sind sie des Paradieses verwiesen worden. Nein, sie hat ein offenes Gesicht und ist sehr freundlich. Ob sie sich so verstellen kann? Unmöglich, das würde er spüren. Ist sie doch eine Schlange? „Herr Gruber, was geht in Ihrem Kopf vor. Sie schauen etwas abwesend drein.“ „Alles in Ordnung, ich hab nur über etwas nachgedacht.“ „Gut, denn ich habe gedacht, ob Sie meine Worte verwirrt haben, denn schließlich hat ja eine Eva einen Adam verführt. Wenn alles in Ordnung ist, dann ist meine Sorge unbegründet gewesen.“ Paul wird es unheimlich zumute. Kann sie etwa Gedanken lesen? Er wischt den Gedanken beiseite.

„Wie sehen Sie denn die anderen Religionen, die es auf der Erde gibt?“ „Das ist alles Irrglaube. Besonders blasphemisch ist der Buddhismus. Dort wird von einem Nirwana berichtet, in das die Menschen nach ihren ganzen Erdenleben eingehen werden. Diese Buddhisten tun mir leid, denn es gibt nur ein Leben und nach dem Tod kommt entweder die Hölle oder das Paradies, für uns Menschen kommt wohl zuerst das Fegefeuer.“ „Wie ist das denn mit dem Islam? Dort gibt es nur einen Gott.“ „Noch ein anderer Irrglaube, denn die Moslems glauben, dass der Herr Jesus nur ein Prophet war. Er ist Gottes Sohn und von einer Jungfrau geboren worden. Das wird im Koran nirgendwo erwähnt. Die einzig wahre Religion ist das Christentum und das steht klar und deutlich in der Bibel. Ich denke da an den Evangelisten Markus. Der schrieb in Kapitel 13, Vers 22: Denn es werden sich erheben falsche Christusse und falsche Propheten, die Zeichen und Wunder tun, so dass sie die Auserwählten verführen würden, wenn es möglich wäre. Die Menschen, die anderen Religionen anhängen, sind den falschen Propheten aufgesessen.“ „Das ist in meinen Augen aber eine begrenzte Sichtweise. Gott liebt doch seine Schöpfung. Er möchte doch, dass alle Menschen oder Seelen in ihn eingehen.“ „Ja natürlich. Nur Sie vergessen den Teufel, der alles zunichte machen will. Er hat die anderen sogenannten Religionen erst ermöglicht. Ohne ihn wäre wir schon lange wieder im Paradies. Noch besser, wir wären noch immer darin, hätte er Eva nicht verführt. Adams Frau natürlich, Frau Hellmann.“

Luzius schaut auf Eva: „Ich glaube, wir müssen jetzt mal Klartext reden. Fang du bitte damit an.“ Eva redet sehr eindringlich: „Lieber Herr Gruber, ich nenne Sie jetzt Paul, wovor fürchten Sie sich? Sie haben einen verantwortungsvollen Posten, ein gutes Gehalt und sind für Ihre Familie immer da. Weshalb klammern Sie sich so sehr an die Bibel? Sie glauben an die Bibel, weil Sie ihnen vermeintliche Sicherheit verheißt. Es ist aber ganz anders. Da steht auch ein Vers: Der Buchstabe tötet, nur der Geist belebt. Ja, an was sollen Sie sich sonst halten? Sie glauben an ein Buch, dass aus vielen Fehlübersetzungen besteht und von den Mächtigen der Welt passend gemacht worden ist. Wir glauben, dass das alles ganz anders ist, als es gelehrt wird.“ „Was erzählen Sie denn für gotteslästerliche Dinge? Sind Sie mit dem Teufel im Bunde? Die Bibel ist Gottes Wort und das ist unabänderlich.“ „Paul, schauen Sie uns bitte an. Sehen Sie etwas Falsches in den Augen? Spüren Sie eine Unruhe?“ Widerstrebend gibt Paul zu, dass er in den Augen nur die Wahrheit sehen kann. Unruhig ist er sehr. Luzius blickt zu Paul: „Ihrem Glauben nach müssten Sie mich verabscheuen.“ „Weshalb sollte ich denn das tun? Ich bin ein höflicher Mensch und bevor ich jemanden verabscheue, muss ich mir erst einmal anschauen, was dieser Mensch getan hat.“ „Möchten Sie wissen, wer ich bin?“ „Ja bitte, sagen Sie es mir.“ „Ich sehe, dass Sie gut sitzen, denn es wird sie erschüttern, was ich Ihnen zu sagen habe. Sie sind aber innerlich stark und werden es verkraften. Luzius ist fast mein richtiger Name, lassen sie das ’us’ weg und ersetzen es durch ’fer’.“ Paul erbleicht, Luzifer in seinem Haus. „Oh Gott, bewahre uns vor dem Satan.“ Eva antwortet: „Ja, ich bin doch hier.“ Benedikta ist ohnmächtig geworden.

Fassungslos blickt Paul den Besuch an. Gott ist weiblich? Er, nein sie sitzt neben dem Teufel? Das ist völlig unmöglich. Er ist einem üblen Scherz aufgesessen. Sanft beginnt Eva zu sprechen: „Ich habe dich, Paul, ausgesucht, dass du den Menschen die wahren Worte Gottes verkündest. Ich frage dich, nimmst du diese Aufgabe an?“ Aufgelöst beginnt Paul zu denken. Was geht hier vor? In welchen Film bin ich geraten? Ist das hier die Hölle oder das Paradies? Beginnt so der Wahnsinn? Luzius reißt ihn aus den Gedanken: „Paul, denke daran, deine Aufgabe ist zwar schwierig, aber du hast unsere volle Unterstützung.“ Immer noch hin- und hergerissen, ist Paul unfähig zu sprechen. „Bitte beruhige dich. Lass dir Zeit mit der Antwort. Viele meiner Auserwählten sind nach diesen Offenbarungen total verschreckt. Ja, Gott und Teufel an einem Tag am gleichen Ort zu begegnen ist nun mal aufwühlend.“ „Benedikta, es ist gut, dass du gerade wieder zu dir gekommen bist. Möchtest du deinen Mann darin unterstützen, unser Wort zu verkünden?“ „Natürlich werde ich ihn unterstützen, denn der Mann ist das Haupt der Familie.“ „Liebe Benedikta, du bist ein Mensch mit freiem Willen. Ich weiß, dass du so erzogen worden bist, damit du so denkst. Dein Wille ist schon früh in deinem Leben gebrochen worden, denn du sollst ja ein gut funktionierendes Mitglied der Gesellschaft sein. Was kann diese Gesellschaft dir bieten? Vermeintliche Sicherheit, Ansehen, Beachtung und ein scheinbar ruhiges Leben. Das Einzige, was wirklich ist, das ist unser Glaube an uns selbst. Wie oft hast du deine innere Stimme vernommen? Wo sind deine Träume geblieben? Du bist so ein wertvoller Mensch und hältst dich für klein, dumm, eine graue Maus, kaum der Gnade des Lebens wert und meinst dich gut zu fühlen, wenn dein Mann bei dir ist oder die Kinder. Wo sind dein selbständiges Denken, deine Wahrheitsliebe, deine Selbstachtung hin gegangen? Du glaubst, wenn du stillhältst und alles über dich ergehen lässt, gelangst du nach dem Tod ins Paradies. Das ist ein großer Irrtum. Jeder Mensch ist sein eigener Gott und sein eigener Teufel. Luzius und ich haben noch viel zu tun, die Menschen durch Liebe zu sich selbst zu bringen.“ Benedikta weint ungehemmt, denn Eva hat genau ihre wunden Punkte getroffen. Ja, sie träumt davon, selbständig zu sein, sie möchte geliebt sein um ihrer Selbst willen. Dieses Angepasst sein müssen quält sie schon seit Jahren.

Paul möchte seine Frau trösten, doch Eva hält ihn auf: „Lass sie bitte in Ruhe. Sie braucht diese Tränen, sie wässern ihre vertrocknende Seele. Du wirst sehen, wie sie erblüht. Ihr habt zueinander gefunden, weil es nötig gewesen ist. Ansgar und Friederike sind freiwillig zu euch gekommen. Du meinst, Kinder sind ein Geschenk Gottes. Kinder schenken sich selbst ihren Eltern. Sie sorgen für Veränderung und rütteln an vermeintlich wichtigen Grundsätzen. Ihre Worte sind so wertvoll und ihr tut sie als Kindergeplapper ab. Hast du deinen Kindern richtig zugehört als sie klein waren? Nein, denn dir ist auch kaum mal zugehört worden. Du hast dich ehrgeizig zu deinem Posten hochgearbeitet, denn das hat dir Sicherheit versprochen. Auch du hast dich der Gesellschaft verkauft. Die Argumente dafür kenne ich. Was sollen die Nachbarn, die Verwandten und Freunde sagen, wenn ich ausbreche und meinen Traum lebe? Ich muss einen anständigen Beruf erlernen, Geld verdienen, eine Familie gründen und mich anpassen. Wenn ich meinen Eltern eine Freude machen will, gehe ich regelmäßig zur Kirche, bete und halte mich an die christlichen Gebote. Heute ist dein ganzes Weltbild zusammen gebrochen. Trotzdem frage ich dich, ob du unsere wahren Worte verkünden möchtest.“ Etwas verwirrt noch sagt er: „Ja, gerade deshalb möchte ich es. Ich habe in Sekundenbruchteilen erkannt, dass ich endlich meinen Traum leben kann. Es reicht mir, ich stehe jetzt zu mir selbst. Ich werde deine wahren Worten verbreiten und mithelfen, den Menschen die Erkenntnis über sich selbst zu bringen. Sag mal Luzius, was hast du denn für einen Job?“ Der lacht laut darüber: „Ich bin der Spiegel für jeden Menschen, in mir erkennen sich die Menschen. Ich zeige ihnen ihre scheinbaren schlechten Seiten oder Eigenschaften. Dabei halte dir immer eins vor Augen: Mist ist Dünger, er sorgt für Wachstum.“ „Das ist sehr einleuchtend. Warum wirst du denn als der große Gegenspieler Gottes, der Zerstörer, Unheilsbringer und ähnlich betitelt?“ „Ganz einfach, die Menschen suchen immer nach einem sogenannten Sündenbock, denn sie weigern sich, Verantwortung für sich zu übernehmen. Daher bin ich auch mit Hörnern abgebildet. Fürchtest du dich noch vor mir?“ „Nein, das ist vorbei. Wenn ich erzähle, dass ich mit Gott und Teufel in einem Zimmer gesessen und angeregt diskutiert habe, dann werde ich in eine Nervenheilanstalt eingewiesen.“ „Eva, wir müssen uns beeilen, in dieser Anstalt werden wir noch erwartet.“ „Luzius, du bist unverbesserlich. Du weißt doch genau, dass wir immer rechtzeitig sind, wo wir hingehören. Benedikta, hole bitte die Kinder.“

Friederike und Ansgar setzen sich und bekommen eine ’Lehrstunde’ in Leben. Luzius fragt sie nach ihren Träumen und gerne antworten sie: „Ich möchte, dass meine Eltern sich viel mehr lieb haben als jetzt. Sie sollen endlich sie selbst sein. Diese Maskerade ist fürchterlich, sie spielen das sich liebende Ehepaar und leben nur nebeneinander her. Außerdem möchte ich nur mit Kindern zu tun haben, denn ich spüre, wie wichtig das ist, Kindergärtnerin wäre mir schon recht.“ „Ich möchte Rebell werden, für das Recht kämpfen und der Welt den Frieden bringen. Ich möchte die ganze Welt bereisen und alle Sprachen sprechen können. Die Schule macht uns Menschen dumm und die will ich abschaffen. Keine Klassenarbeiten mehr schreiben und kein Neid mehr, wer der Klassenbeste ist, ja, endlich ausschlafen morgens.“ Eva lächelt: „Friederike, dann lebe deine Träume, werde Kindergärtnerin. Wir stehen hinter dir und stärken deinen Rücken. Ansgar, du bist schon lange ein Rebell, aber du kannst nur dir selbst den Frieden bringen. Es ist egal, ob du für oder gegen etwas kämpfst, es ist immer nur ein Kampf mit dir selbst. Die Schule ist gut, nur was die Menschen daraus gemacht haben, das ist dumm. Jeder Mensch ist innen gleich, die Menschen schauen leider nur aufs Äußere und das ist nur eine Seite einer Münze. Es gibt aber immer mehr Menschen, die auch auf das Innere achten. Wozu dir die Mühe machen, alle Sprachen der Welt zu lernen? Es gibt nur eine und das ist die Sprache der Liebe.“

Die ganze Familie Gruber sitzt schweigend da. Wie sieht die Zukunft aus? Was wird alles noch geschehen? Ansgar bricht das Schweigen: „Kommt ihr jetzt öfter zu uns? Werdet ihr alle unsere Fragen beantworten?“ „Warum sollten wir das tun? Alle Antworten auf eure Fragen sind in euch selbst vorhanden. Fragen sind Selbstgespräche.“ „Wie können wir euch erreichen? Moment mal, wir erreichen euch. Wo denn? Ja, in uns drin. Wer gibt die Antwort? Danke, verstanden.“ Friederike springt auf und umarmt die Hellmanns: „Ich danke euch für alles. Wir werden unsere Eltern in allen Dingen unterstützen.“ Benedikta ist von Friederike überrascht. Sie ist Fremden gegenüber sonst so zurückhaltend. Außerdem tut man das nicht, andere Leute ungefragt zu umarmen. „Mama, es sind uralte Bekannte und da tut man das doch, sie ungefragt zu umarmen. Jetzt kann ich es dir ja sagen. Ich kann Gedanken lesen und Ansgar ist hellsichtig. In den ganzen Jahren bei euch habt ihr so oft versucht, uns etwas vorzuspielen, aber leider haben wir genau gewusst, wo ihr zu fassen wart und welche Schwachstellen ihr habt. Ich bitte euch nur um eins, vergebt euch selbst, was ihr euch selbst angetan habt. Ihr werdet sehen, wie schön das Leben ist. Wenn ihr mich Rike nennt, reicht es aus.“

Paul schaut Benedikta an und Benedikta schaut Paul an. Was jetzt? Ihre Kinder wissen mehr über sie als sie selbst. Paul läuft rot an und schämt sich. Er überwindet sich und blickt in Benediktas Augen: „Ich habe da eine Kollegin, mit der ich über alles sprechen kann. Ich meine, dass ich mich in sie verliebt habe. Wie dumm von mir. Nur weil sie mit mir nett spricht und ich geglaubt habe, da ist mehr, hätte ich mich fast mit ihr verabredet und dich wahrscheinlich betrogen. Ob ich deine Liebe überhaupt noch wert bin?“ „Ja, das bist du. Wir sind beide dumm. Wir reden ja kaum noch miteinander und das liegt an uns beiden. Also müssen wir beide was daran tun. Friederike, oh Rike, hat völlig recht, wir leben nur noch nebeneinander her. Das ist vorbei, denn jetzt besprechen wir, was uns bedrückt. Weißt du, ich liebe dich sehr und endlich bietet sich mal eine Gelegenheit, dir das zu sagen. Eva, ist Gott wirklich weiblich?“ „Das ist unser kleines Geheimnis.“ „Ich merke es mir.“ „Gott ist alles, männlich und weiblich, alt und jung, riesengroß und winzig klein. So einfach ist das.“ „Das wird aber vielen Gläubigen kaum gefallen, denn dann müssten sie ja anerkennen, dass die Frauen tatsächlich gleichberechtigt sind und das auch noch im Islam.“ Eva schmunzelt wissend: „Das werdet ihr schon schaffen. So Luzi, dann werden wir uns mal verabschieden. Bevor ich es vergesse, eure innere Stimme ist die Verbindung zu uns.“

Nach inniger Verabschiedung und Tränen bei Paul und Benedikta verlassen Luzi und Eva das Haus. „Das haben wir wieder geschafft. Ist das eine Menge Arbeit, die Menschen von sich selbst zu überzeugen. Hätten wir himmlische Heerscharen, könnten die das für uns erledigen. Es ist aber immer wieder das Gleiche, alles müssen wir selber machen. Nur, was wir selbst machen, ist getan. Wer bezahlt uns denn die Überstunden überhaupt? Schon gut Eva, ich halte mich zurück, wenn wir gleich bei dem Wanderprediger ankommen.“
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

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Beitrag von Zollwolf1960 » 22.05.2006 09:41

Liebe deinen Nächsten

Menschen verschaffen sich Vorteile,
sie wollen immer Erster sein,
der Ellenbogen regiert,
falsch verstandener Egoismus.

Sie bestrafen alles,
alles, was außerhalb ihrer Norm ist,
sie schreien sich an,
fügen sich Schmerzen zu.

Seelische Grausamkeit bestimmt das Handeln,
falscher Stolz verhindert Einsicht,
Verachtung durch erzwungenes Schweigen,
Niedermachen der anderen Meinung.

Menschen sind dumm,
sie tun sich das alles selbst an,
geraten in ihr eigenes Gefängnis,
rufen aber laut nach Freiheit.

Auch ich bin dumm,
weiß aber um mein Gefängnis,
die Tür ist immer offen,
ich brauche nur die Augen zu öffnen.

Jeder muss aber durch die eigenen Augen blicken,
das Gefängnis ist die eigene Isolation.
Wie gelange ich in die Freiheit?
Indem ich mich wie meinen Nächsten liebe.
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

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Beitrag von Zollwolf1960 » 18.07.2006 07:14

Ein großer Mensch

Jackie ist immer zur Stelle,
er "riecht" förmlich, wo er benötigt wird,
schon so manche Menschen hat er gerettet,
vor dem Ertrinken, Überfahren werden oder dem Feuer.

Letztens hat er einem alten Menschen geholfen,
der verloren am Straßenrand gestanden hat,
er hat ihn über die Straße begleitet,
mit Tränen in den Augen hat der ihm gedankt.

Vor einigen Tagen hat er eine Schlägerei bemerkt,
ein lautstarkes Getümmel von Armen und Beinen,
Jackie besorgt sich kurzerhand einen Schlauch
und mit großem Wasserdruck hat er die Prügelei beendet.

Da sieht er ein Kind weinen,
einfühlsam fragt er es nach dem Grund,
es hat seinen Roller vergessen im Schuppen,
Jackie geht mit dem Kind dort hin.

Er öffnet die Tür und geht hinein,
er nimmt sich den Roller und dann passiert es,
der Schuppen fällt in sich zusammen,
Jackie liegt unter den Brettern und Balken begraben.

Mit Leibeskräften beginnt das Kind die Bretter wegzuschaffen,
Menschen eilen hinzu und helfen mit,
bald ist Jackie wieder frei,
fast unverletzt hat er den Roller in der Hand.

Er übergibt ihn dem Kind mit Tränen in den Augen,
so viel Hilfsbereitschaft ist ihm fast zuviel.
Bei allen Helfern bedankt er sich innig,
schnell geht er heim.

Einige Jahre später rettet er ein Kind aus einem brennenden Haus,
die Eltern sind überglücklich,
die Mutter stutzt,
sie erkennt Jackie sofort wieder.

Er hatte ihr den Roller besorgt.
Spontan küsst sie ihn
und bittet ihn um ein Treffen.
Überrascht sagt er zu.

Nach mehreren Wochen treffen sie sich im Café,
die Bedienung bringt Kaffee und Kuchen,
sie stolpert und Jackie rettet den Kuchen und die Kaffeekanne.
Lachend und kopfschüttelnd schauen sich alle Beteiligten an.

Manchen liegt es eben, immer am rechten Ort zu sein.
Nur, wir befinden uns alle immer am rechten Ort
und das ist gut so.
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

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Beitrag von Zollwolf1960 » 27.07.2006 08:55

Warum Krieg

Soldaten bewaffnen sich auf Befehl,
Panzer werden betankt und aufmunitioniert,
Bomber mit ihrer Fracht beladen
und Raketen ausgerichtet.

Der tausendfache Tod wird in ein Land getragen,
Not und Elend wartet schon auf die Überlebenden,
Kunstschätze werden zerstört
und die Umwelt wird nachhaltig geschädigt.

Weshalb kommt es zu Kriegen?
Warum wird die Büchse der Pandora geöffnet?
Wer gibt wem das Recht zu töten?
Können Menschen nur gewalttätig sein?

Ein Krieg wird geführt, damit Recht und Gesetz beseitigt werden,
damit die Menschen frei leben können,
damit es zum Wiederaufbau kommt.
Bringt das ein einziges Leben zurück?

Die Büchse der Pandora wird geöffnet, damit die einzig wahre Religion sich durchsetzt,
damit der böse Feind vernichtet wird,
damit ein Schurkenstaat befreit wird vom Diktator.
Wer befreit uns von den Befreiern?

Im normalen Leben ist es Mord,
wer im Krieg viele Feinde tötet, ist ein Held,
der Stärkere hat das Recht.
Wer kommt für die Kollateralschäden auf?

Ja, Menschen sind auch gewalttätig,
aber die Masse ist liebenswürdig, hilfsbereit und freundlich,
mit Absicht wird ihnen allmählich ihre Lebensgrundlage entzogen.
Wer vergewaltigt die Umwelt?

Ein Krieg zeigt die Fratze des Kapitalismus,
Waffenproduzenten und -händler verdienen sich ein Vermögen,
Soldaten werden ebenso bedenkenlos geopfert wie Zivilisten,
jeder Mensch hat es selbst in der Hand, den Krieg zu verweigern.
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

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Beitrag von Zollwolf1960 » 27.07.2006 08:56

Warum Krieg

Soldaten bewaffnen sich auf Befehl,
Panzer werden betankt und aufmunitioniert,
Bomber mit ihrer Fracht beladen
und Raketen ausgerichtet.

Der tausendfache Tod wird in ein Land getragen,
Not und Elend wartet schon auf die Überlebenden,
Kunstschätze werden zerstört
und die Umwelt wird nachhaltig geschädigt.

Weshalb kommt es zu Kriegen?
Warum wird die Büchse der Pandora geöffnet?
Wer gibt wem das Recht zu töten?
Können Menschen nur gewalttätig sein?

Ein Krieg wird geführt, damit Recht und Gesetz beseitigt werden,
damit die Menschen frei leben können,
damit es zum Wiederaufbau kommt.
Bringt das ein einziges Leben zurück?

Die Büchse der Pandora wird geöffnet, damit die einzig wahre Religion sich durchsetzt,
damit der böse Feind vernichtet wird,
damit ein Schurkenstaat befreit wird vom Diktator.
Wer befreit uns von den Befreiern?

Im normalen Leben ist es Mord,
wer im Krieg viele Feinde tötet, ist ein Held,
der Stärkere hat das Recht.
Wer kommt für die Kollateralschäden auf?

Ja, Menschen sind auch gewalttätig,
aber die Masse ist liebenswürdig, hilfsbereit und freundlich,
mit Absicht wird ihnen allmählich ihre Lebensgrundlage entzogen.
Wer vergewaltigt die Umwelt?

Ein Krieg zeigt die Fratze des Kapitalismus,
Waffenproduzenten und -händler verdienen sich ein Vermögen,
Soldaten werden ebenso bedenkenlos geopfert wie Zivilisten,
jeder Mensch hat es selbst in der Hand, den Krieg zu verweigern.
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Beitrag von Zollwolf1960 » 31.08.2006 15:43

Grauer Mittwochmorgen

Ich sitze im Auto,
lasse den Scheibenwischer die Nässe beseitigen,
drehe die Heizung auf,
mache mich auf den Weg zur Arbeit.

Es ist kühl heute morgen,
der Himmel ist wolkenverhangen,
die Straßen sind noch nass,
blitzende Scheinwerfer kommen mir entgegen.

Die Heizung wärmt mich auf
und ich habe kurz das Gefühl von Sommer,
dabei ist es Ende August,
die Ampel ist rot.

Wie eine Perlenkette aufgereiht,
so fahren wir hinter dem Lkw her,
eine Perlenkette kommt uns entgegen,
das Überholen würde schlimme Geräusche machen.

Wir nähern uns der Brücke,
die Wolken sind stellenweise aufgerissen,
ich sehe die rosafarbenen Brückenpfeiler,
sie wirken sehr beeindruckend vor den dunkelgrauen Wolken.

Fast hab ich den Weg geschafft,
einige scharfe Kurven in der Stadt,
ich biege ein auf den Parkplatz,
gut gelaunt verlasse ich das warme Auto.
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Beitrag von Zollwolf1960 » 11.09.2006 08:10

September auf dem Land

Der Himmel ist strahlend blau,
die Sonne wärmt wie im August,
das reizt förmlich zu einem Spaziergang,
ich mache mich auf den Weg.

Die Sonne tut richtig gut,
das noch grüne Laub erfreut das Auge,
ein leichter Ostwind streicht durch die Felder,
er raschelt im Mais und bringt leichten Herbstgeruch.

Dieser Wind ist kühlend,
er kündet vom nahen Herbst,
Vergänglichkeit liegt in der Luft,
die Vollendung des Jahres liegt greifbar nahe.

Umgepflügte Felder zeugen von bäuerlicher Arbeit,
die auf den Acker gebrachte Gülle hat ihren Geruch verloren,
der Mais braucht noch Zeit bis zur Reife
und Rüben warten auf den Oktober.

Ich habe die Sonne von vorn,
der Wind berührt mich von hinten,
welch seltsamer Gegensatz,
es kommt mir vor wie am Lagerfeuer.

Ein Schmetterlingspaar taumelt durch die Luft,
sich umkreisend zeigen sie Zweisamkeit,
gedämpft ist das Geräusch der Straßen,
Menschen hasten zu den Waldparkplätzen.

Ich nehme die Eindrücke in mich auf,
atme in vollen Zügen die klare Spätsommerluft,
Kamillenblüten stehen am Feldrand,
die Natur ist so voller Wunder.
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

Man sollte sich die Gelassenheit eines Stuhles zulegen können, der muss auch mit jedem A.... klarkommen.

enjoylive
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Beitrag von enjoylive » 12.09.2006 17:49

Wunderbar ! Das gefällt mir. Es sind Gefühle, an denen Du uns teilhaben läßt. Heutzutage ist sowas sehr wertvoll fürs Gemüt.
arbeite um zu leben, aber lebe nicht, um zu arbeiten

Zollwolf1960
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Beitrag von Zollwolf1960 » 13.09.2006 07:41

Tägliches Einerlei

Es ist noch dunkel,
Konturen sind erkennbar,
die Autoscheibe ist beschlagen,
ich öffne es mit der Funksteuerung.

Warum tue ich mir das an?
Diese öde Routine.
Jeden Morgen zur Arbeit
und abends wieder nach Hause.

Ich kenne jede Kurve,
erlebe den Jahreszeitenwechsel,
quäle mich durch Eis und Schnee,
lasse mich nass regnen.

Ich brauche nun mal das Geld,
das sage ich mir an jedem Tag.
Wie haben denn die Urahnen gelebt?
Sie taten immer genau das, was notwendig war.

Sie lehrten ihre Nachkommen das Überleben,
lebten immer in der Gegenwart,
waren ehrlich zur Natur
und sie zu ihnen.

Nebel wallt über die Felder,
der Himmel ist pastellfarben,
rosane und gelbe Farbtöne bestimmen das Bild,
zögernd gewähren die Nebelschleier Blicke hindurch.

Wie aus einer Phantasie ragt die Brücke aus dem Nebel,
im Hintergrund erhebt sich ein Industrieschornstein,
die Rheinwiesen haben die Farbe des Rheins,
wie majestätisch fließt er dahin.

Welch eine Pracht sich entfaltet,
wenn ich nur die Augen offen habe,
das entschädigt für jede Minute Fahrzeit,
für jeden öden Kilometer.
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

Man sollte sich die Gelassenheit eines Stuhles zulegen können, der muss auch mit jedem A.... klarkommen.

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Beitrag von Zollwolf1960 » 13.09.2006 07:42

Kinder

Kinder sind weise Ratgeber,
aus ihnen spricht Echtes,
sie spiegeln uns Erwachsene,
sie zeigen das Urvertrauen.

Was machen wir Erwachsene jedoch?
Wir wollen sie passend haben,
stromlinienförmig und pflegeleicht,
sie müssen gehorchen und sich uns ausliefern.

Wir pumpen sie mit Ritalin voll,
wir brechen ihren Willen,
zwingen sie in die Schule,
sehen sie sozusagen als rechtlos an.

Wir manipulieren sie schamlos,
reden ihnen sinnfreie Dinge ein,
erzeugen Schuldgefühle in ihnen,
treten ihr Urvertrauen mit Füßen.

Wie lautet unsere Ausrede?
Mit uns ist das auch so gemacht worden.
Wer gibt uns das Recht dazu,
unsere Kinder so zu behandeln?

Kinder können furchtbar nerven,
aber nur, wenn wir selbst aus unserer Mitte sind.
Kinder lügen, stehlen und verletzen,
damit wir auf sie aufmerksam werden.

Kinder sind auch drogensüchtig,
werden missbraucht und getötet,
rauchen und trinken,
wenden brutale Gewalt an.

Sie ahmen die Erwachsenen nach,
zeigen ihnen den Sinn von gemachten Gesetzen,
besser gesagt deren Nutzlosigkeit.
Sie möchten Beachtung und Liebe.

Kinder lieben alle Wesen,
sie vertrauen ihren Eltern total,
sie kennen ihre Grenzen,
sie probieren sie jeden Tag aus.

Kinder sind unsere Zukunft.
Welch ein dummer Satz.
Jeder Mensch gestaltet die Zukunft selbst.
Ja, Kinder an die Macht.
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

Man sollte sich die Gelassenheit eines Stuhles zulegen können, der muss auch mit jedem A.... klarkommen.

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Beitrag von Zollwolf1960 » 22.12.2006 13:50

Der Weg in den Himmel

Hans ist gestorben. Der Pfarrer hat ihm die letzte Ölung gegeben und sich schnell verabschiedet, weil er große Angst vor dem Tod hat. Seltsam, dass gerade das bei einem so genannten Mann Gottes so stark vorhanden ist. Na ja, er ist eben auch ein Mensch. Der Hans fühlt sich ganz leicht, keine Wärme, keine Kälte, keine Schmerzen mehr und das Heimkommen ist schöner als alles, was er auf Erden an Freude und Spaß gehabt hat. Seine Angehörigen sagen, dass der Tod eine Erlösung für ihn ist. Damit überdecken sie die eigene Angst vor dem Tod und versuchen, dieses Ereignis zu verarbeiten. Hans hat den Kampf gegen den Krebs verloren, sagen die Ärzte und gehen zur Tagesordnung über. Jahrelang haben sie Hans mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln versucht zu heilen, im Endeffekt jedoch vergebens.

Nun ist Hans unterwegs in den Himmel. Was ist überhaupt der Himmel? Im Himmel ist Gott, hat die Kirche bestimmt. Da gibt es alle Arten von Engeln, viele Wohnungen im Haus des Herrn, Jesus und Maria sind dort und alle Heiligen. Wo sind sie nur alle? Ein vertrautes Gefühl kommt auf Hans zu. Er sieht einen Körper und erkennt seinen Freund Josef, der vor Jahren an Herzversagen gestorben ist. Erkennen und sehen ist der falsche Ausdruck, denn die Seelen nehmen wahr und zwar in einer Klarheit, die auf Erden unerreichbar ist. Der Tod befreit die Seelen vom Körper, doch dieser Körper ist so wertvoll, denn ohne ihn fehlt der Seele die Möglichkeit, sich auf Erden weiter zu entwickeln und somit zu wachsen.

Josef begleitet Hans auf seinem Weg. Sie weichen einer Seele aus, die es sehr eilig hat. Hans möchte Josef nach dem Warum fragen und weiß sofort selbst die Antwort. Ist es so einfach? Ja, es ist so einfach, denn in jeder Frage ist die Antwort enthalten. Das er für diese Erkenntnis erst den Körper verlassen musste ist ihm seltsam erschienen. So ist es eben, erst nachher erkennt jedes Wesen, was es hätte anders machen können oder was es aus Unwissenheit falsch gemacht hat. Josef gibt Hans zu verstehen, dass jeder Fehler uns weiter bringt, wenn wir ihn uns auch zugestehen. Wir sind doch nur auf Erden, damit wir lernen, was Liebe ist. Die wichtigste Liebe ist die zu uns selbst und daraus entwickelt sich wie automatisch die Liebe zu allen Wesen. Schmerzlich wird Hans bewusst, wie schlecht er seine Schwester Frieda immer behandelt hat. Hätte er sich doch einfach mal in sie hinein versetzt, so hätte er sie bestimmt verstanden. Aus falschem Stolz und totaler Ignoranz hat er immer geglaubt, dass sie ihn nur ärgern und maßregeln wollte. Nun bereut er seine Dummheit und weiß genau, dass es nur an den Worten gelegen hat. Josef fordert Hans auf, sich zuerst einmal selbst zu vergeben. Hans spürt plötzlich die Verbundenheit zu allen Seelen und das ist intensiver als Gedanken lesen zu können. Ihm steht das gesamte Wissen und die Erfahrungen aller Seelen zur Verfügung. Er weiß jetzt auch, dass die Trennung zwischen Diesseits und Jenseits eine Illusion ist. Da spürt er die Seele von Frieda. Er nimmt wahr, dass sie ihn über alles geliebt hat und nun sehr trauert. Warum nur hat er das nie bemerkt? Spontan möchte er sie umarmen. Wie aber soll das ohne Körper funktionieren? Lacht da wer? Es ist doch so einfach, ohne Körper berühren sich Seelen sofort und das viel intensiver als jede Umarmung. Friedas Seele spürt Hans und Friedas Körper hört auf zu trauern. Sie ist sehr feinfühlig und merkt schnell, dass es Hans sehr gut ergeht und weiß ihn geborgen. Nun vergießt sie Freudentränen.

Noch viele Dinge werden Hans bewusst, die er seiner Meinung nach falsch gemacht hat. Josef klärt ihn auf, dass es richtig oder falsch nur auf Erden gibt. Es ist alles so gekommen, wie es der seelischen Entwicklung von Hans immer am dienlichsten gewesen ist. Mit allen beseelten Wesen, denen wir auf Erden begegnen, haben wir im Jenseits vorher die Begegnung abgesprochen. Es sind alles Mosaiksteinchen unseres Erdenlebens und alles bringt uns weiter.

Hans möchte gerne wissen, was aus Mördern, Kriminellen, Kinderschändern, Diktatoren und Soldaten nach dem Tod wird. Gibt es eine Hölle oder ein Fegefeuer? Auf der Erde hätte ihn die Erkenntnis total überfordert. Gerade diese Seelen sind von großer Liebe erfüllt, denn sie nehmen es auf sich, anderen Wesen auf Erden Schaden zuzufügen, sie zu misshandeln, zu töten, auszubeuten, zu unterdrücken und sie dumm zu halten. Es gibt keine Zufälle und jedes beseelte Wesen kommt mit einem Lebensplan auf die Erde. Dieser Plan ist so gestaltet, dass immer noch Raum für eigene Entscheidungen bleibt. Die wichtigste Entscheidung ist die zur Selbstliebe, denn auf Erden gibt es die negativen und positiven Dinge, die uns täglich herausfordern. Die Liebe möchte gelebt werden und wie wir das anstellen, bleibt immer uns selbst überlassen. Meistens bestehen die Seelen von Völkermördern oder Diktatoren aus mehreren Teilen, so wird die Last etwas verteilt, denn alles, was wir anderen antun, fällt auf uns selbst zurück und wie du schon selbst erfahren hast, ist es ein sehr schmerzlicher Prozess, seine Verfehlungen bzw. seine Lieblosigkeit anderen gegenüber zu betrachten. Die wahre Hölle oder das Fegefeuer ist die Erde. Fegen bedeutet kehren und der tiefere Sinn ist, sich selbst zu reflektieren und somit zu erkennen, ob der Weg recht ist. Daher rührt das Wort umkehren.

Wo ist Gott, wo sind die Engel und Heiligen? Keine Spur von ihnen zu sehen. Wirklich keine Spur? Doch und zwar eine so helle, dass sie schnell übersehen wird. Jede Seele leuchtet, denn sie ist Gott und ein Teil von ihm. Ebenso die Engel sind Teile und zwar von uns selbst, somit auch von Gott. Heilige sind nur eine Erfindung von Kirchen, um den Menschen Schuldgefühle und Minderwertigkeit einzureden. Ähnlich verhält es sich aufgestiegenen Meistern oder selbst ernannten spirituellen Führern. Die gibt es nur in der Illusion. Wer an so etwas glaubt, hat seine Verantwortung für sich selbst abgegeben. Jedes Wesen ist sein eigener Meister, sein eigener Schöpfer und nur sich selbst Rechenschaft schuldig. Des Menschen Wille jedoch ist sein Himmelreich. Möge jeder auf seine Art glücklich werden.

Himmel und Hölle eine Illusion? Ja und nein. Ja für die Erkennenden, nein für die anderen, die noch Erkenntnis erlangen werden.

Hans ruht sich aus vom Erdenleben in der Geborgenheit des Jenseits, verarbeitet sein Leben und fühlt sich zeitlos wohl.
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

Man sollte sich die Gelassenheit eines Stuhles zulegen können, der muss auch mit jedem A.... klarkommen.

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