Meine Schreibereien

Selbstegedichtetes von Beamten
Zollwolf1960
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Beitrag von Zollwolf1960 » 17.10.2007 10:30

Leichtes Durcheinander

Gestern ist alles klar gewesen,
habe ich mir eingebildet,
morgen wird es klarer sein,
so ein Quatsch.

Es ist wie es ist.
Ich versuche, mein Durcheinander zu sortieren,
aber es gelingt mir kaum äußerlich,
der Kopf ist zu wirr.

Ich mache eine Bestandsaufnahme,
dabei geht mir so Vieles durch den Kopf,
schon wieder ist alles durcheinander,
klare Gedanken suche ich vergebens.

Es ist wie es ist,
sagt mir mein Gefühl,
schalte den Kopf ab
und du findest die Lösung.

Wer sucht, glaubt zu finden,
gib die Suche auf
und dir fällt zu, was nötig ist,
das ist das Erfolgsgeheimnis.

Langsam komme ich zur Ruhe,
der Kopf möchte noch weiter rotieren,
aber ich entziehe ihm die Beachtung,
endlich habe ich es begriffen.
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

Man sollte sich die Gelassenheit eines Stuhles zulegen können, der muss auch mit jedem A.... klarkommen.

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Beitrag von Zollwolf1960 » 17.10.2007 10:31

Der alte Mann

Sie haben sich schon oft getroffen,
mal im Park, mal im Café,
sie beide auf ihr Alter hoffen,
doch irgendwann, da ist 's passé.

Der junge Mann, er kennt den Alten,
schon so manches lange Jahr,
er hat vom Lachen gar viel' Falten,
erzählt Geschichten, wunderbar.

Aus Erfahrung kann er schöpfen,
weiß, wie oft der Hase läuft,
beide haben in den Köpfen,
manchen Blödsinn angehäuft.

Sie sind ein gar so krasses Paar,
sprechen oft so wie Verschwörer,
stellen vieles heftig dar,
verzichten gerne auf Zuhörer.

Der Alte gibt dem Jungen Rat,
bringt auch gern zum Lachen ihn,
der Alte, der ist schwer auf Draht,
die Stunden ziehen schnell dahin.

Doch heute er mal traurig ist,
denkt gerade, was er hat verpasst,
er wieder seine Frau vermisst
und hat viel Zeit verprasst.

Der Junge ihn mal einfach drückt,
sie beide es genießen,
manche denken, wie verrückt,
doch so kann Freundschaft sprießen.

“Auch ich bestimmt werd' Fehler machen,
dummes Zeug und noch viel mehr.”
“Das Beste ist, darüber lachen,
dann ist das Leben halb so schwer.”
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

Man sollte sich die Gelassenheit eines Stuhles zulegen können, der muss auch mit jedem A.... klarkommen.

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Beitrag von Zollwolf1960 » 17.10.2007 10:33

An einem Sonntag im April

Die Sonne heute scheint so schön,
ich möcht' den Vögeln lauschen,
jetzt ist es Zeit, spazier'n zu geh'n,
im Wind die Blätter rauschen.

Viele Menschen sind im Wald,
den Winter zu vergessen,
gute Laun' bei jung und alt,
und viele ein Eis essen.

Mich zieht es ganz woanders hin,
der Weg führt durch die Felder,
über mir die Wolken zieh'n,
am Horizont steh'n Wälder.

Der Ostwind ist doch manchmal kühl,
trägt noch des Winters Düfte,
es endlich Frühling werden will,
die Sonne wärmt die Lüfte.

Des Winters Spuren sind noch da,
das zarte Grün verdeckt sie,
es ist wie doch in jedem Jahr,
der Frühling nun versteckt sie.

Ich meinen Schritt nun heimwärts lenke,
genieß' die Sonnenstrahlen,
im Stillen ich so bei mir denke,
vorbei des Winters Qualen.
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

Man sollte sich die Gelassenheit eines Stuhles zulegen können, der muss auch mit jedem A.... klarkommen.

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Beitrag von Zollwolf1960 » 17.10.2007 10:34

Leere Augen

Schade ist's um diese Welt,
der Mensch sich nur zum Lachen quält,
trägt eine Maske vor sich her,
macht sich das Leben furchtbar schwer.

Kinder sich zurecht gebogen,
nennt das auch noch gut erzogen,
alles dient dem äuß'ren Schein,
so kommt nun Eiseskält' hinein.

Leere Augen immer mehr,
Frust, der liegt im Magen quer,
Freizeit der Erholung dient,
die Knochen sind gar schnell geschient.

Kinderaugen sollen strahlen,
beim Basteln und auch Malen,
Kinderaugen sollen leuchten,
auch am Tag, dem feuchten.

Aber es zählt nur Profit,
immer wen'ger machen mit,
brechen aus mit viel Geschrei,
schlagen um sich und zu Brei.

Unerhört die Jugend ist,
baut ja doch nur immer Mist
und das kannst mir glauben,
kommt nur von leeren Augen.
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

Man sollte sich die Gelassenheit eines Stuhles zulegen können, der muss auch mit jedem A.... klarkommen.

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Beitrag von Zollwolf1960 » 12.12.2007 09:00

Der kleine Roboter

Vor einigen Tagen ist es passiert. Der Roboter 3-25-46-68-C-K ist aus den Schienen gesprungen und bewegt sich seither ohne Kontrolle durch die Gegend. Die Behörden sind machtlos und versuchen erfolglos, ihn wieder zu kontrollieren. Sie haben den gefürchteten 1-9-8-7-2-F eingesetzt, den 3-25-46-68-C-K einzufangen und ihn im Falle der Gegenwehr zu deaktivieren.

Wie ist es dazu nur gekommen? Beginnen wir von vorn zu berichten. Roboter werden für verschiedene Zwecke gebaut. Anders als bei den Menschen kommen die Roboter schon in ihrer endgültigen körperlichen Größe sozusagen zur Welt. Sie sind fertig programmiert und müssen nur noch getestet werden, ob sie richtig funktionieren. Das dauert einige Zeit und erfordert intensive Messungen aller Funktionen. Kleinere Fehler werden ausgemerzt und bei großen wird entschieden, ob der Roboter verschrottet werden muss. Das ist dann wie ein Todesurteil.

3-25-46-68-C-K hat alle Tests fehlerfrei bestanden und ist als Schienenüberwachungsroboter eingesetzt worden. Ihm sind die Räder für normales Gelände abmontiert und durch Schienenräder ersetzt worden. Er ist perfekt an seine Tätigkeit angepasst. In der Sonne spiegelt sein glänzender Metallkomponentenkörper den Regenbogen wider und im Regen sieht er aus wie eine kleine Sonne.

Irgendwann ist er mit einem großen Vogel zusammen gestoßen und dabei ist das linke Auge beschädigt worden. Der Reparaturdienst hat es zu 99% wieder hin bekommen und 3-25-46-68-C-K geht wie gewohnt seiner Tätigkeit nach. Manchmal sieht es aus, als wenn das linke Auge zwinkert. Aber es ist noch etwas passiert. Beim Zusammenprall sind ganz kurz zwei Leitungen aneinander geraten und haben unbemerkt einen Fehlerstrom verursacht. Das ist im eingebauten Fehlerspeicher ohne Aufzeichnung geblieben, weil es so kurz nur gewesen ist. Aber die Folgen zeigen sich erst im Laufe der Zeit.

Wie jeden Tag fährt 3-25-46-68-C-K seine Strecke ab. Er registriert, dass an einer Stelle die Schraube für die Schienenhalterung sich gelockert hat. Er macht Meldung an die Schienenaufsichtsstelle, die das an die Zentrale des Schienenchefs weitergibt. Schon bald kommt der Schienenreparaturdienst und behebt den Fehler. Wie ein Blitz durchzuckt es 3-25-46-68-C-K während dieser Reparatur. In ihm taucht die Frage auf, wer denn die Schienen verlegt hat und warum sie verlegt worden sind. Solche Fragen sind sinnfrei. Die Schienen sind nun mal verlegt und fertig. Warum gibt es überhaupt Schienen?

Während der Energienachladezeit sieht er auf einem Reparaturdienstwagen ein zuckendes Etwas, was mit einer Plane abgedeckt ist. Ein beschriftetes Stück Metall ist zu sehen, was über dem Rand des Wagens hängt. Zwei halbe, untereinander stehende Worte sind zu erkennen: Freih und Denk. Hat er das nur alleine gesehen? Nein, doch alle anderen Roboter an der Ladestelle haben wie auf Befehl den Kopf weggedreht. So hat niemand etwas gesehen. Verwundert über dieses Verhalten möchte er nachfragen, warum das so ist. Sein rechter Nachbar tut so, als ob er einen Hörschaden hat und schenkt ihm keinerlei Beachtung. Der linke schaut ihn verstohlen an und bittet ihn, den Vorfall zu vergessen. Falls er der Sache nachgehen würde, käme auch bald das Reparaturkommando zu ihm und die würden die Schaltkreise seines Gehirns auf ihre Art reparieren. Danach wäre der Roboter entweder Schrott oder er würde zum Müllschlucker degradiert, denn zu mehr taugt er dann kaum noch.

In der nächsten Zeit steigt langsam aber sicher die Zahl der reparaturbedürftigen Roboter an. Die Überwachung nimmt immer groteskere Züge an. Jeden Morgen vor Schichtbeginn wird jeder Roboter auf volle Funktionsfähigkeit, vor allem der Gehirnschaltkreise, überprüft. Bei kleinsten Abweichungen wird sofort Meldung an die Zentrale gemacht und eine sogenannte Reparatur durchgeführt. Schließlich muss doch das System fehlerfrei sein, denn wenn jemand dagegen rebelliert, kann alles zusammen brechen. Abweichler sind Störenfriede und die werden eliminiert. Nur wenn jeder Roboter ordnungsgemäß arbeitet, nur dann kann das große Ganze funktionieren.

3-25-46-68-C-K ist wieder auf den Schienen. Immer neue Fragen beschäftigen ihn. Warum gibt es den Schienenchef? Wer hat das Schienennetz eingerichtet? Was ist das System? Ist das große Ganze nur eine fixe Idee? Schnell verwirft er diese Fragen. Da liegt was neben den Schienen. Ein Metallteil. Er schaut es sich an und liest, was darauf geschrieben ist: Freiheit bringt uns weiter. Denken fördert die Freiheit. Kommt runter von den Schienen. Tod dem Schienenchef.

Wer verfasst denn so einen Quatsch? Der Schienenchef sorgt doch gut für uns und auf den Schienen ist es sicher. Alles andere ist gefährlich und bringt uns langsam aber sicher um. Wozu habe ich denn meine Schienenräder? Die anderen Roboter, die im Gelände herumfahren, können umstürzen und Schrott werden. Die Schienen sind unser Weg und der ist uns vorgezeichnet.

Eine Erschütterung lässt die Schienen erzittern und 3-25-46-68-C-K fährt hin, um nachzuschauen, was geschehen ist. Was ist denn das? Eine Explosion hat die Schienen weggerissen. Bevor er Meldung machen kann, ist ein Sirren in der Luft. Dann wird es dunkel um 3-25-46-68-C-K.

Er findet sich in einer Lagerhalle wieder. Neben ihm sind noch andere Roboter, alles Schienenüberwacher. Alle hängen sie in Metallgurten und baumeln in der Luft. Es ist unmöglich zu entkommen. Da ertönt eine Stimme: “Alle Schienenverbindungen sind beschädigt oder zerstört. Diese Halle hier ist abhörsicher. Es dringt weder etwas hinaus noch hinein. Meldungen könnt ihr euch sparen. Der Schienenchef ist in heller Aufregung, denn das System droht zusammen zu brechen. Genau das ist unser Plan. Denn nur ein toter Chef ist ein guter Chef. Es wird Zeit, dass jeder Roboter endlich aufwacht. Wozu brauchen wir ein System, das uns alle unterdrückt? Wer nicht für uns ist, der ist gegen uns und wird deaktiviert oder verschrottet. Also, wer macht mit?”

Das ist der falsche Weg. Von einer Unterdrückung in die nächste. Woher kommen diese Gedanken? 3-25-46-68-C-K überprüft sich selbst und merkt endlich, dass er anders ist. Freiheit ja, aber zu welchem Preis? Nein, das ist das gleiche Elend wie vorher. Eine Pseudo-Freiheit. Wozu überhaupt Freiheit? Jeder baut sich sein eigenes Gefängnis und vergisst, wo er den Schlüssel zur Tür hingelegt hat. Alles eine Illusion, denn die komplette Tür fehlt. Wir können jederzeit das Gefängnis verlassen. Schienen sind unser Kerker, unser Denken ist unser Verlies und die Hoffnung auf Änderung ohne Veränderung ist unser Untergang. Nein, alles ist in Fluss und wer sich dagegen stemmt, wird krank. Sicherheit zu erwarten ist der größte Irrtum des Lebens. Seit wann leben Roboter? Sie sind doch nur Maschinen, Wesen aus Metall und Kunststoff. Weshalb sind sie zu einer Revolte fähig? Sie stammen aus einer Produktionslinie und sind alle gleich. Wer hat sie programmiert?

Sven wacht auf. Was hat er da nur geträumt? Seine Mama schläft und der Papa ist zur Arbeit. Gestern noch hat die Mama ihm erklärt, warum der Papa nachts arbeitet. Er bringt dadurch mehr Geld nach Hause, denn Sven und sein Bruder Henry sollen es mal besser haben. Warum sollen sie es mal besser haben? Sollen sie werden wie Roboter, die nur an die Zukunft denken und dabei die Gegenwart vergessen? Sollen sie auf Schienen laufen wie alle anderen Menschen? Nein, besser ist es, ohne Schienen zu leben. Leben mit Gefühl, spontan, aus sich selbst heraus und immer liebevoll. Mit diesen Gedanken schläft er wieder ein.

3-25-46-68-C-K beschließt, zum Schein auf die Stimme einzugehen. Er wird frei gelassen und mit einem kleinen Kästchen versehen. In diesem Kästchen befindet sich ein Fläschchen mit Säure und eine Sende/Empfangseinheit, die Signale an die Leitstelle sendet. Von der einen Überwachung in die andere. Wenn er sich falsch verhält, kommt ein Signal und der Inhalt des Fläschchen läuft aus und zwar in seine Gehirnschaltkreise. Es ist untrennbar mit seinem Hinterkopf verbunden.

Weiter wie bisher überwacht er die Schienen, die mittlerweile repariert sind. Der alte Schienenchef ist durch einen neuen ersetzt worden und alles ist wie vorher auch, nur die Überwachung ist noch intensiver. Vor 3-25-46-68-C-K taucht ein Schemen auf, links neben den Schienen. Es ist ein anderer Roboter. Wie sieht denn der aus? Ein verätzter Hinterkopf und ein zerstörtes Kästchen zieren ihn. Sie stehen jetzt still und schauen sich an. Der andere fragt ihn, warum er immer noch auf Schienen fährt. Er antwortet: “Wenn ich die Schienen verlasse, dann wird mein Gehirn zerstört. Ich möchte weiterleben.” “Ist das denn ein Leben? Immer überwacht werden und tun müssen, was andere wollen? Wo bleibst denn du dabei?” Fast wehmütig: “Ja, wo bleibe ich? Ich habe es so satt und gleich muss ich weiter. Sonst kommt das Sprengsignal für das Fläschchen.” “Vertraust du mir?” “Ja, ist doch eh egal, was mit mir passiert.” “Lass dich auf den Hinterkopf fallen und bleib liegen. Ich baue dir neue Räder an, während die Säure ausläuft. Dann siehst du zwar aus wie ich jetzt, aber das ist der Preis der Freiheit. Möchtest du das wirklich?” “Ja, ich will es.”

3-25-46-68-C-K liegt auf dem Rücken und die Säure verätzt ihm den Hinterkopf. Die neuen Räder sind angebaut und bald darauf verlässt er für immer die Schienen. Gemeinsam verschwindet er mit dem Rebellen im Gelände. Die Säure hat auch die Sende/Empfangseinheit zerstört und somit sind sie der Überwachung entzogen. In der Nähe gibt es tiefe Höhlen, die die Metalldetektoren der Suchroboter verwirren. Dort liegen außerdem viele Räder fürs Gelände.

Nun steht 3-25-46-68-C-K dem 1-9-8-7-2-F gegenüber, einem Kampfroboter, der als unzerstörbar gilt. Trotzdem er täglich überprüft wird, besitzt er für alle Fälle ein Kästchen am Hinterkopf. Reden ist zwecklos, das Entkommen unmöglich. Es gibt nur noch zwei Möglichkeiten: Deaktivieren oder Verschrotten. Da mittlerweile 3-25-46-68-C-K genau weiß, dass er umprogrammiert und wieder eingesetzt wird, entscheidet er sich für das Verschrotten. Er greift den Kampfroboter an und wartet auf den vernichtenden Strahlwaffenschuss. Doch der bleibt aus. Im letzten Moment hat der andere Roboter 1-9-8-7-2-F deaktiviert. Er legt ihn auf den Rücken und die Säure richtet ihr vernichtendes Werk an. Danach programmieren die beiden ihn um und nun steht ihnen ein mächtiges Werkzeug zur Verfügung. Als 1-9-8-7-2-F wieder aktiviert ist, reden sie mit ihm. Sie bieten ihm zwei Möglichkeiten an: Er kann sie bei ihrer Befreiungsaktion unterstützen oder er geht in Freiheit seiner Wege. Nach dem ihm alles erklärt worden ist, macht er bei ihnen mit und hilft dabei, die Roboter, die es wollen, aus ihrer Versklavung zu befreien.
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Beitrag von Zollwolf1960 » 12.12.2007 09:01

Der kleine Roboter träumt

Es reicht ihm, immer nur 3-25-46-68-C-K genannt zu werden. Sein neuer Freund heißt Ju und ist auch nur eine Nummer gewesen. Er hat nach der Fertigstellung die Bezeichnung 6-35-65-72-B-L bekommen, doch das ist im alten Leben gewe­sen. Seitdem er die Schienen verlassen hat, nennt er sich Ju. Was doch eine Na­mensänderung so alles bewirkt. 3-25-46-68-C-K überlegt sich spontan seinen Namen und jetzt heißt er Laf. Endlich befreit von dem alten Müll.

Ju schaut sich um und sieht in der Ferne einen neuen Schienenüberwacher an­rollen. Langsam nähert Ju sich den Schienen. Er wirft einen Stein auf die Gleise und wartet ab. Der Schienenüberwacher verlangsamt das Tempo und schaut zum Stein. Ju erkennt sofort, dass bei diesem Roboter jede Mühe vergebens ist und dreht ab. Das hat er schon so oft ansehen müssen und rollt wieder zurück in die Höhlen. Wie viele Roboter schafft er noch umzudrehen, bevor er deaktiviert wird?

Laf und Mi warten auf Ju. Mi ist früher 1-9-8-7-2-F gewesen, einer der schlimms­ten Polizeiroboter. Er hat seine Erinnerung wieder zurück bekommen und hilft immer noch mit, die Roboter zu befreien.

Warum träumt Sven immer noch solche verrückten Geschichten? Soll er sie seinen Eltern erzählen? Der Papa ist dafür zu müde und die Mama hält es für Unsinn. Bald hat der Papa Urlaub und dann erzählt er ihm seine Träume. Die schreibt er auf, damit er sie behält und versteckt das Papier hinter dem Bett. Was soll die Mama von ihm denken, wenn er sowas schreibt? Besonders das Ge­spräch zwischen den Robotern darf sie niemals lesen. Was die alles besprochen haben, total schräg. Sven liest es sich noch einmal durch.

Kurz nach Lafs Befreiung und Mis Umpolung haben sie sich mit Ju unterhalten. Die schwierigste Frage ist die nach dem Ursprung des Schienennetzes gewesen. Mi hat gemeint, die Schienen sind gelegt worden, damit die Roboter besser zu kontrollieren und alle Ortsveränderungen nachvollziehbar sind. Ju stellt es dras­tischer dar, ein Netz sie zu knechten und sie immer klein und dumm zu halten. Laf sieht es noch anders. Das Netz hat den Ursprung in der Angst, denn nur ängstliche Wesen müssen kontrollieren, wollen alles wissen und halten alle an­deren für ganz gefährlich. Die Angst muss verschwinden und alles regelt sich dann von selbst. Nur, die Angst verschwinden zu lassen ist kaum zu schaffen, aber der einzige Weg. Machen wir uns ans Werk.

Mi hat die Meldungen abgehört. Er berichtet von einem Aufstand, der schnell be­endet worden ist und zu mehreren Verschrottungen wertvoller Einsatzkräfte ge­führt hat. Doch die Staatsmacht ist siegreich daraus hervorgegangen und hat den Sumpf der Verschwörung trocken gelegt. Laf fühlt plötzlich Traurigkeit. Wo­her kommt sie? Niemand antwortet ihm.

Sven legt das Blatt beiseite und überlegt. Soll er das wirklich dem Papa vorle­sen? Ja. Der Papa ist auch mal klein gewesen und hat geträumt. Er versteht ihn bestimmt. Die Mama ruft Sven zum Mittagessen und schnell legt er seine Auf­zeichnungen weg. Als er in die Küche kommt, sieht er Henry schon am Tisch sit­zen. Die Mama hat schon die Teller gefüllt und stellt sie vor Sven und Henry hin. Henry beginnt sofort mit dem Essen. Die Mama sieht das und schimpft mit ihm: "Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du warten sollst, bis alle am Tisch sit­zen? Willst du demnächst nicht mehr mit uns essen?" Schuldbewusst legt Henry die Gabel wieder hin und kaut verstohlen auf dem Würstchen herum. Sven er­schrickt sich vor seinen Gedanken. Woher soll Henry die Bedeutung des Wortes "nicht" kennen? Wie soll er das seiner Mutter begreiflich machen? Sie hält ihn jetzt schon für altklug und vorlaut. Traurig schaut er auf den Tisch. Sie sieht sei­nen Blick und sagt barsch: "Du brauchst gar nicht so zu gucken! Henry ist es ein­fach nicht auszutreiben, dass er sofort mit dem Essen anfängt." Fast weinend schaut er seine Mama: "Wer hat dir was getan, dass du so bist? Sven hat die Mama so lieb. Er möchte sie lachen sehen." "Du treibst mich noch in den Wahn­sinn mit deinem Gerede. Hör auf mit diesem Mist und rede gefälligst normal. Mit jemanden in der dritten Person zu reden ist unhöflich. Willst du, dass die Mama deinetwegen traurig ist?" Sven schweigt und schaut auf seinen Teller. Wie viel besser haben es doch die Roboter. Brauchen nur etwas Energie und können ma­chen, was sie wollen. Wortlos isst Sven den Teller leer, wartet bis alle gegessen haben und setzt die leeren Teller auf die Arbeitsplatte. Wie ein getretener Hund will er zu seinem Zimmer gehen, doch die Mama hält ihn auf: "Komm mal her Sven. Du hast ja recht, ich bin wütend und du kannst ja nichts dafür. Heute hat der Briefträger uns eine Mahnung gebracht. Wir müssen bis Ende nächster Wo­che 4.526 € bezahlen, sonst ist es aus mit dem Urlaub in Tunesien. Wie wir das bezahlen können, ist mir ein Rätsel. Ich hab dich doch lieb und das weißt du auch." "Ja Mama, das weiß ich gut. Warum müssen wir denn in Urlaub fahren? Hier ist es doch auch gut." "Weil der Papa die Erholung braucht." "Dann soll er so leben, dass für ihn das Leben Erholung ist." "Was weißt du denn schon davon, was das Leben ist. Mit deinen 11 Jahren hast du keine Ahnung davon. Weißt du denn, wie schwer es ist, jeden Tag zur Arbeit zu müssen, für die Familie zu sor­gen, sich mit einem hinterlistigen Chef abgeben zu müssen und Angst um die Ar­beitsstelle zu haben? Weißt du, wie teuer das Leben ist? Außerdem sollst du und auch Henry es später besser haben als wir. Wir tun das nur euretwegen und wie dankt ihr es uns? Ihr seid vorlaut, rücksichtslos und macht, was ihr wollt." "Das ist total unfair, was du sagst." "So ist das Leben nun mal, unfair, schwer und ge­mein." Wie aus der Pistole geschossen antwortet Sven: "Das seid ihr doch selbst schuld." Er wird puterrot, als er begreift, was er gesagt hat. Fassungslos schaut ihn seine Mutter an und schnell verschwindet er in seinem Zimmer. Er legt sich aufs Bett und beginnt zu träumen.

In ihrer Höhle unterhalten sich die drei Roboter. Können Roboter überhaupt wie ein Lebewesen denken? Nein, denn sie sind programmiert und ihnen fehlt die Seele. Weshalb reden sie denn miteinander? Sie sind zu lange dem Wetter aus­gesetzt gewesen, die Sonne hat sie angestrahlt und der Regen hat ihnen trop­fenweise die Weisheit eingepflanzt. Ihre Erschaffer fürchten sich vor ihnen, weil sie aus der Reihe getanzt sind. Sie stören die gleichförmige und tote Ordnung der Gesellschaft. Sie sind wie Kinder, die alles hinterfragen.

Sven hat sich endlich entschlossen, seine Träume den Menschen mitzuteilen, die sie auch verstehen. Morgen macht er sich auf den Weg zu ihnen.
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Beitrag von Zollwolf1960 » 12.12.2007 09:02

Der kleine Roboter erwacht

Ju, Laf und Mi haben sich tief in die Höhlen zurückgezogen. Letztens ist ein Suchkommando sehr nahe an ihrem Versteck gewesen. Mit Mühe und Not haben sie alles zusammen packen und noch verschwinden können. Sie überlegen sich ein neues Versteck. Nur, wie sollen sie da ungesehen hingelangen? Ju kennt weitere Höhlen, die aber sehr weit weg sind. Auf einmal ist ein fernes Rumpeln zu vernehmen. Es kommt langsam näher. Alle drei schauen sich an. Was kommt da auf sie zu? Es ist mitten in der Nacht, nur die Roboter in den Werken arbeiten noch und Suchkommandos kommen immer tagsüber. Das Rumpeln lässt die ganze Höhle erzittern und plötzlich bricht etwas durch die Höhlenwand. Ein Arbeitsroboter hat einen Durchgang geschaffen. Er hat seinen Gesteinsbohrer abgestellt und begrüßt die Anwesenden: „Hallo, ich bin Never. Ich hab es mir gedacht, dass ich euch hier finde. Hinter mir kommen noch Ai und Go. Wir alle werden gesucht und die Zentrale ist in heller Aufregung. Immer mehr Roboter verlassen die Schienen und machen, was sie wollen. Kommt mit, hier finden euch bald die Sucher und dann werdet ihr verschrottet.“ Schnell stellen sie sich auch vor und folgen Never. Der verschließt den Gang mit Steinen und Sand und bald sind sie in einem anderen Höhlensystem angekommen. Mehr als 50 Roboter sind versammelt und freuen sich –wie sich Roboter eben freuen können- über die Neuankömmlinge.

Sven ist traurig. Niemand möchte seine Träume hören oder lesen. So manches böse Wort ist dabei gefallen, wenn er damit angefangen hat. Resigniert ist er nach Hause getrottet und hat sich in sein Zimmer verzogen. Seine Mutter hat ihn zum Abendessen gerufen und niedergeschlagen sitzt er am Tisch. Lustlos kaut er auf seinem Wurstbrot herum. „Sven, was ist mit dir? Was bedrückt dich?“ „Niemand will meine Träume mit mir teilen.“ „Wegen dieser dummen Träume machst du so ein Aufhebens? Träume sind Schäume. Vergiss sie am besten, sie belasten nur.“ „Es ist traurig, dass niemand mich verstehen will. Ich habe das Rezept für ewiges Wohlfühlen gefunden und alle lehnen es ab. Die Menschen sind so dumm.“ „Du bist der einzig Dumme. So einen Quatsch hab ich ja noch nie gehört. Das Rezept für ewiges Wohlfühlen. Wer hat dir nur solche Flausen in den Kopf gesetzt? Es gibt nur wenige Wohlfühlmomente im Leben, der Rest ist harte Arbeit, Geldverdienen und Mühsal.“ Sven schweigt. Auch seine Mutter lehnt seine Träume ab. Also schreibt er einsam auf, was er träumt und versteckt das Geschriebene.

Laf steht in der Nähe der Schienen. Er wartet auf den Schienenüberwacher. Ein Blitzen ist zu sehen und ein Rauschen zu hören. Da kommt er schon. Er wird langsamer, als er Laf sieht und hält vor ihm an. Interessiert blickt er ihn an: „Nehmt ihr noch welche in euren Reihen auf? Mir reicht es mit der Überwachung.“ Irgendetwas warnt Laf: „In welche Reihen? Wovon redest du?“ Unterdessen hat sich unbemerkt ein Steinchen neben den Schienen bewegt. Ganz langsam rollt es vor Lafs Räder. „Ich seh doch an deinem Hinterkopf die Verätzungen. Die haben alle, die das Kästchen entfernt haben.“ „Fahr weiter, du bist ein Verräter. Dein Kästchen ist leer. Ich verschwinde.“ Laf rollt an und es knirscht leise. Etwas heftet sich geräuschlos an die Achse und wird von Laf mitgenommen. Er fährt zum Versteck und kurz vor dem Höhleneingang verglüht das Etwas. Diesen kleinen Blitz hat er zwar gesehen, aber für eine optische Täuschung gehalten. In der Höhle laufen weiterhin die Vorbereitungen für die Zerschlagung der Überwachung und der unterdrückenden Machtstrukturen.

Sven weiß nun endlich, was er zu tun hat. Er sucht nach anderen Menschen, die sich ihre Träume und Kindlichkeit bewahrt haben. Die Familie scheidet auf jeden Fall aus. Nun ja, sein Vater erzählt manchmal haarsträubende Geschichten, aber ob er Svens Träume lesen möchte ist fraglich. Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, bittet Sven seinen Vater um eine Stunde Zeit. Nur sie beide und in seinem Zimmer. Da sein Vater Urlaub hat, stimmt er gern zu.

„Papa, ich habe große Probleme und bin manchmal traurig. Die Mama sagt, dass das davon kommt, weil ich meine, dass ich die Welt mit meinen Träumen belasten muss. Das ist alles Quatsch, sagt sie und das Leben ist was ganz anderes als ein Traum. Ich möchte doch so gern was Gutes tun.“ „Lieber Sven, da hat die Mama recht. Die Menschen fürchten sich vor Träumern, denn die bringen ihr Weltbild ins Wanken. Sie erleben Dinge, von denen normale Menschen kaum zu träumen wagen und das erzeugt auch noch Neid. Ich habe mal einen Kollegen gehabt, der ist sehr kreativ gewesen, hat sich schnellere und bessere Arbeitsabläufe überlegt, die anfänglich viel Geld gekostet hätten. Der Chef hat ihn rausgeworfen.“ „Dann ist dein Chef aber dumm.“ „Was das angeht, hast du völlig recht aber er muss sein Geschäft in Gang halten und der Erfolg gibt ihm recht. Er ist vorsichtig und kalkuliert auf sicherer Grundlage. Viele seiner Konkurrenten sind schon pleite und er hält die Firma immer noch über Wasser. Mein ehemaliger Kollege hat sich selbständig gemacht, sich eine gut funktionierende Firma aufgebaut und sie verkauft. Von seiner Gewinnbeteiligung lebt er gut und widmet sich ganz seinem Hobby. Er baut Modelleisenbahnen und hat dafür eine große Halle errichtet.“ „Gehen wir ihn mal besuchen? Ich liebe Modelleisenbahnen.“ „Da unser Urlaub sowieso ausgefallen ist, machen wir das. Ich rufe ihn an, denn wir haben immer noch sehr guten Kontakt miteinander.“ „Super, dann lerne ich endlich einen Träumer kennen. Darf ich dir von meinen Träumen erzählen? Ich hab sie aufgeschrieben. Soll ich sie dir vorlesen?“ „Ja, aber nur kurz, denn gleich ist die Stunde um.“ „Prima.“

Sven liest vom kleinen Roboter vor, erzählt seine Ideen und kommt bis zu seiner Befreiung. Dann ist die Stunde um und sein Vater steht auf, um das Zimmer zu verlassen. Sven packt seine Blätter wieder weg. Nachdenklich geht sein Vater ins Wohnzimmer. Wie kann ein Elfjähriger nur solche Dinge träumen? Roboter haben einen eigenen Staat und überwachen sich lückenlos. Wie gut, dass wir Menschen uns frei bewegen können.
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Beitrag von Zollwolf1960 » 12.12.2007 09:03

Der kleine Roboter lebt

Laf schaut sich um, denn alle starren auf ihn. Was haben sie denn plötzlich? Big wendet sich ihm zu: „Wir haben den kleinen Lichtblitz gesehen. Da hat sich ein Spionagegerät selbst zerstört. Damit ist unser Standort verraten und gleich kommen die Kampfroboter. Aber das ist jetzt egal, wir schlagen sowieso heute zu und es hat sogar was Gutes, denn zuerst beschäftigen sie sich mit uns. Dadurch haben die anderen mehr Zeit und können effektiver vorgehen.“ „Das ist dumm, dass mir das passiert ist, aber wenn du sagst, es verschafft uns einen Vorteil, so ist das Glück im Unglück.“ „Ja, aber nun geht alle in Stellung und macht es den Angreifern so schwer wie möglich. Öffnet die Gräben, legt die Drähte, spannt die Seile und haltet die Waffen bereit.“

Heute ist es soweit. Sven und sein Bruder Henry fahren mit ihrem Vater zu dessen ehemaligen Kollegen. Die Mutter ist daheim geblieben und genießt die Ruhe. Sie hält kaum etwas von dem Exkollegen, er ist ihr zu verschroben in seinen Ansichten und Ideen. In ihren Augen ist er ein Spinner, zwar reich aber verrückt. Sie bekommt Besuch von ihrer Freundin und das ohne Kinder. Endlich mal in Ruhe über alles reden können, welch ein Luxus.

Der Vater ist mit Sven und Henry angekommen. Sie bestaunen das Haus und die große Halle. Wie gern hätte er auch so viel Vermögen, dann könnte er seinen Söhnen die Zukunft vergolden. Sven fragt: „Papa, wärst du auch gern so reich?“ Erstaunt zögert er mit der Antwort: „Ja…, das wäre ich gern. Sag mal, kannst du Gedanken lesen?“ „Nein, die Frage ist mir so in den Sinn gekommen.“ „Gut. So, gehen wir mal hinein zum Frank.“ Der öffnet gerade die Tür und winkt ihnen zu. Er ist Anfang 40, hat dichtes, gewelltes Haar, trägt einen sauber gestutzten Bart, hat tiefblaue Augen, die schalkhaft blitzen und trägt ganz einfache Kleidung. „Hallo Harald, Sven und Henry, kommt herein.“ Sie winken zurück und laufen zur Tür. Sven ist fasziniert von Frank, nein Herrn Wieseling. Reiche Leute redet man mit Sie an, hat die Mama gesagt. Frank umarmt Harald, drückt die Kinder liebevoll und schiebt sie alle ins Haus. Sven ist begeistert: „Herr Wieseling, Sie haben ja ein wunderschönes Haus und so groß, das gefällt mir. Hier würde ich auch gern wohnen.“ „Wer ist Herr Wieseling? Ach, das bin ja ich. Rede mich bitte mit Frank an, das ist viel besser. Freunde nennen mich nun mal Frank.“ „Gut, dann sage ich Frank zu Ihnen.“ „Hier ist nur ein Frank oder siehst du mehrere?“ „Äh, nein.“ Frank lacht: „He Sven, bleib beim Du. Ich hab dich schon verstanden. Deine Mama hat dir wohl gesagt, dass du reiche Leute nur mit Sie anreden darfst.“ Sven ist verblüfft. Woher weiß er das? „Ja Sven und nun fragst du dich, woher ich das weiß. Ich kenne deine Mutter und hab heraus gefunden, wie in etwa sie denkt. Aber das ist nebensächlich. Kommt erst einmal ins Wohnzimmer, da wartet etwas auf euch.“ Sie folgen Frank ins Wohnzimmer und sehen dort Eisenbahnbilder an den Wänden, Miniaturen von Lokomotiven in Vitrinen stehen, ein Signal in der Ecke leuchten und einen Deckenlüster, der aus alten Eisenbahnlaternen besteht.

Schritte sind im Treppenhaus zu hören. Alle schauen zur Wohnzimmertür. Sie sehen eine Frau, Anfang Dreißig, gefolgt von zwei Kindern. Frank geht zu ihr und stellt sie vor: „Das ist meine Frau Gianna und die beiden Mädchen heißen Yvonne und Esther. Sie sind so wunderbare Menschen, für sie würde ich alles geben.“ Liebevoll umarmt und küsst er sie. Danach erklärt er Harald, der die Augen von der atemberaubenden Schönheit dieser Frau nehmen muss, sich davon förmlich losreißt, warum er sie bisher verschwiegen hat. Die Gianna ist Model gewesen und hat für seine Produkte Werbung gemacht. Sie ist ihm so kalt erschienen, bis zu dem Moment, als sie ihm das Leben gerettet hat. Bei Werbeaufnahmen hat er zugeschaut. Da hat sich ein Scheinwerfer aus der Verankerung gelöst. Mit einem Hechtsprung hat sie ihn, Frank, beiseite geschubst, denn sonst wäre der Scheinwerfer genau auf ihn gefallen. Beim Blick in ihre Augen hat er sofort gesehen, dass sie füreinander bestimmt sind. Kurz darauf sind sie zusammen gewesen und haben nach 2 Monaten geheiratet. Das Schlimme ist gewesen, dass er sie einem reichen, kriminellen Mann vor der Nase weggeschnappt hat. Der hat ihr gedroht, sie mit einem Säureattentat auf immer entstellen zu wollen. Darum hat sie sich einer Gesichtsoperation unterzogen und wohnt seit einigen Jahren unerkannt hier im Haus.

Sven fragt sich, warum die Menschen sich so etwas antun. Was bringt der Neid auf andere? Frank bittet Harald und die Kinder in seine Halle. Die folgen ihm bereitwillig und sind beim Eintreten völlig überwältigt. Täuschend echt sieht alles aus. Die Landschaften sind liebevoll bis ins kleinste Detail modelliert, die Hintergründe passen genau und die Züge bewegen sich völlig naturgetreu. Frank erklärt ihnen mit dem Enthusiasmus eines Modelleisenbahners, wie viel Arbeit darin steckt, wie viel Zeit er für die Fertigstellung gebraucht hat und wie groß die Freude nach der Fertigstellung gewesen ist. Ob eine Landschaft jemals ganz fertig ist? Nein, sagt er lächelnd. "So, nun schaut euch mal den Glacier-Express an. Er fährt von St. Moritz/Davos nach Zermatt oder umgekehrt, vom Piz Bernina zum Matterhorn. Eine mehr als siebenstündige Bahnfahrt über 291 Brücken, durch 91 Tunnels und über den 2033 m hohen Oberalppass. Dafür habe ich fast zwei Jahre gebraucht." "Ich bin begeistert. Mensch Frank, dafür könntest du Eintritt nehmen. Die Leute würden dir die Tür einrennen." "Nein, das zeige ich nur Freunden. Nun kommt mal mit in dieses Zimmer."

Er geht vor, öffnet eine weitere Tür und schaltet das Licht in dem Raum ein. Was kommt jetzt noch? Es ist ein Dorf zu sehen mit einem alten Bahnhof. Tiere stehen auf der Wiese, ein kleiner Fluss schlängelt sich durch die Landschaft, ein Wald begrenzt die Sicht auf die Berge im Hintergrund und eine Straße führt ein Stück an den Schienen entlang. "Setzt euch mal auf die Bank und wartet ab." Kurz darauf wird es langsam dunkel und die ersten Lichter werden eingeschaltet. Eine Dampflok kommt zischend und stampfend auf den Schienen daher. Am Bahnübergang steht ein Schienenwärter und schwenkt eine Warnlaterne. Ein Motorrad wartet den Zug ab. Straßenlaternen beleuchten die Straße, werfen Licht in dunkle Gassen und schälen eine Autoreparaturwerkstatt aus der Dunkelheit. Das Tor ist geöffnet und in der Werkstatt wird gerade an einem Auto geschweißt, es ist ein Opel Kapitän, ein Vorkriegsmodell. Das Schweißen hört auf und das Tor schließt sich. Die Lichter verlöschen nacheinander und nur noch die Straßenlampen verbreiten schummeriges Licht. Die Morgendämmerung ist zu erkennen und bald geht im Hintergrund die Sonne auf. Das Dorf erwacht wieder und der Zug befährt wieder die Schienen. Dann bekommen Harald und die Kinder einen kleinen Monitor und schauen darauf. Sie sehen nun aus der Zugperspektive die Landschaft an sich vorüber ziehen. Ein grandioser Anblick. "Das baue ich demnächst in den Glacier-Express ein und dann seid ihr die ersten, die das sehen werden. Im Nebenraum habe ich eine kleine Spielerei aufgebaut. Kommt mit."

Jetzt ist Sven aber fertig. Diese "Spielerei" sieht haargenau so aus wie die Bilder in seinen Träumen. Die Schienen, die Höhlen und die kleinen Roboter. Er spürt ein Rumoren. Was ist das? Eine Höhle bricht auf und Roboter fliegen durch die Luft. Sie haben den Angriff abgewehrt und die Flugroboter ziehen mit den restlichen Kampfrobotern ab. Laf ist zu erkennen. Er rollt mit einigen anderen langsam auf die Zentrale zu und begibt sich hinein. Kampflos hat er sie eingenommen und beendet sofort jegliche Überwachung. Endlich sind sie frei.

Er schaut zu Frank: "Du hast genau das aufgebaut, was ich in meinen Träumen gesehen habe. Das ist kaum zu glauben." "Du bist also auch ein Träumer." "Ja und es macht Freude. Nur die Menschen lehnen meine Träume ab. Wieso sind sie so dumm?" "Das erzähle ich dir beim nächsten Mal."
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

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Beitrag von Zollwolf1960 » 12.12.2007 09:04

Der kleine Roboter erzählt

Frank erzählt ihnen von seinen Träumen und alle hören begeistert zu: "Meine Eltern haben mir die besten Chancen für mein Leben geboten. Sie haben sich richtig verausgabt, um mir eine gute Schulbildung, eine gute Lehrstelle und eine gute Arbeit zu beschaffen. In ihren Augen habe ich mich unmöglich verhalten, wenn ich eine Verbesserung angebracht habe. Der Chef hat immer Recht und manchmal muss jeder die Faust in der Tasche machen.

Das ist mir zu dumm gewesen und im Nachhinein betrachtet muss ich meinem damaligen Chef danken, dass er mich rausgeworfen hat. Ich musste mir was Neues suchen und da ich mein eigener Chef bin, habe ich mich selbständig gemacht. Die erste Zeit habe ich kaum geschlafen und mich nur ums Geschäft gekümmert. Ich hab mich in meinen Träumen als Millionär gesehen und gewusst, dass ich das schaffe. Meine Mühen haben sich ausgezahlt, meine Produkte sind die besten auf dem Markt und ich habe sehr effektive Geschäftsabläufe entwickelt. Besonders wichtig ist für mich immer gewesen, dass meine Mitarbeiter sich wohl gefühlt haben. Wir haben uns alle geduzt und jeder hat auf seinem Platz sein Möglichstes getan. Überstunden haben wir kaum gebraucht und das Geschäft hat wunderbar funktioniert. Absatz- oder Wirtschaftskrisen sind spurlos an uns vorüber gegangen, denn Qualität zu guten Preisen setzt sich nun mal durch. Am Wochenanfang haben wir immer besprochen, wo noch etwas zu verbessern wäre und wer irgendetwas geträumt hat. Anfänglich haben meine Kollegen gelächelt, doch als sie festgestellt haben, was aus Träumen alles entsteht, haben sie mit Begeisterung von ihren berichtet. Dieses Geschäftsprinzip bestimmt auch heute noch meine ehemalige Firma, denn der Käufer bzw. Investor hat sich dazu vertraglich verpflichtet und bisher sind noch alle meine Mitarbeiter dort beschäftigt. Außerdem habe ich Mitspracherecht, falls jemand dort entlassen werden sollte. Jetzt wisst ihr, wie ich zu meinem Reichtum gekommen bin."

"Mensch Frank, das ist doch prima, wie du das gemacht hast. Dafür wäre ich zu dumm. Ich bin nur ein kleiner Angestellter, der sein sicheres Gehalt braucht, um die Familie durchzubringen. Für die Selbständigkeit fehlt mir der Mut. Verbesserungsvorschläge belasse ich lieber in der Schublade, denn ich will meine Arbeit behalten." "So so, dir fehlt der Mut, eine gute Erkenntnis. Was ist aus deinen Träumen geworden, wohin sind deine Visionen gegangen, wer hat dir das genommen?" "Meine Familie braucht ihr Einkommen und da fehlt der Platz für so etwas. Träume sind Schäume." "Das sagt die Mama auch immer." "Sven, du weißt sehr viel und beobachtest gut. Aus dir wird bestimmt noch was Großes. Du machst deinen Weg und bleibe dir dabei treu. Behalte deine Träume und verwirkliche, was dir möglich ist. Was dir möglich ist, weißt du selbst, wenn du an dich glaubst. Nun zu dir Harald. Ich biete dir eine Chance. Was du daraus machst, ist allein deine Sache. Einer der Mitarbeiter in meiner ehemaligen Firma ist sehr krank und weiß, dass er in wenigen Jahren diese Welt verlässt. Mit einer großzügigen Abfindung schicken wir ihn in Rente, damit er friedlich sein Leben beschließt und die ihm verbliebene Zeit so gut wie möglich genießen kann. Möchtest du seinen Platz einnehmen?"

Harald schluckt und schaut Henry und Sven an. Sollte er das wirklich tun? Er überlegt kurz und meint: "Das möchte ich mit Silvia besprechen, schließlich geht es um unsere Zukunft." "Papa, mach das. Was meinst du, wie zufrieden dich diese Arbeit stellt? Die Mama sagt das bestimmt auch." "Sven, du machst es genau richtig." "Wieso?" "Du verlässt dich auf dein Gespür für die Situation."

Nach diesem Gespräch verlassen sie Frank und grübelnd fährt Harald heim. Henry ruft: "Papa, pass auf die Kuh hinter der Kurve auf." Harald schreckt aus seinen Gedanken hoch und verlangsamt das Auto. Zwei Sekunden später sieht er auf der Straße eine Kuh stehen und bremst voll. Knapp zwei Meter vor ihr bleibt der Wagen stehen. Sofort schaltet er das Warnblinklicht ein, springt aus dem Wagen, holt aus dem Kofferraum das Warndreieck und rennt zur Kurve zurück. 50 m dahinter stellt er das Dreieck auf. Gerade rechtzeitig, denn da kommt das nächste Auto schon angesaust. Es hält an und Harald bittet die Fahrerin, schnell die Polizei zu verständigen, denn eine Kuh stände hinter der Kurve auf der Straße. Danach geht er zu seinem Auto zurück. Woher hat Henry das gewusst?

Kurz darauf kommt ein Landwirt mit seinem Traktor und einem Viehanhänger angefahren. Mit geübten Handgriffen fängt der Bauer seine Kuh ein, bringt sie zum Anhänger, verlädt sie und bedankt sich dafür, dass Harald so gut reagiert hat. Da kommt der Polizeiwagen mit Martinshorn und Blaulicht angerast. Schnell bringen ihn die Beamten zum Stehen und steigen aus. Sofort erkennen sie die Lage und befragen den Bauern, wie seine Kuh auf die Straße kommt. Der antwortet: "Sie ist durch den Zaun gebrochen und hat sich ihren eigenen Weg gesucht. Als ich das gesehen habe, hat meine Tochter auf meine Anweisung sofort bei der Wache angerufen und ich hab den Viehanhänger angekoppelt und bin losgefahren. Zum Glück hat dieser Fahrer -er zeigt auf Harald- schnell und richtig reagiert. Es ist alles noch mal gut gegangen. Meine Kuh ist mich schon teuer zu stehen gekommen und nun noch dieser Einsatz, am besten verkaufe ich sie. Verdammt, nun schau mich nicht so an, Wilma. Na gut, du bleibst bei uns. Das macht sie jedes Mal, wenn sie eine Dummheit gemacht hat. Schauen Sie ihr in die Augen, da schmilzt doch jedes Herz dahin." "Wir haben alles unter Kontrolle, kein Schaden ist entstanden, alles ist wohlauf. Hat hier jemand eine Kuh auf der Straße gesehen? Nein. Also, von welchem Einsatz sprechen wir hier? Viel Glück mit Wilma. Auf Wiedersehen." Schon wendet das Polizeifahrzeug, verschwindet schnell wieder und alle atmen auf. Henry geht zum Viehanhänger, klettert seitlich schnell hoch und schaut Wilma an. Zärtlich gleitet seine kleine Hand über ihren Kopf. Er flüstert: "Ich weiß, dass du mich gerufen hast." Verstehend schaut Wilma ihn an.

Als Henry wieder im Auto sitzt und Harald ihn angeschnallt hat, ruft der Bauer ihnen zu: "Kommt mich doch alle mal besuchen. Ich würde mich freuen, wenn wir uns bei Kaffee und Kuchen unterhalten könnten." "Danke für das Angebot, wir kommen darauf zurück. Auf Wiedersehen."

Während der Fahrt sagt Sven ganz leise zu Henry: "Du kannst also mit Tieren sprechen und sie mit dir. Was sagen sie denn so?" "Ich sehe nur Bilder vor mir, das ist alles. Tiere reden anders als wir." "Weißt du was? Wir sind beide verrückt. Wer glaubt uns denn noch?" "Du glaubst mir und das reicht." "Ach Henry, du weißt doch, wie dumm die Menschen sind. Sie glauben nur, was sie sehen und anfassen können." "Ja aber Frank ist anders. Der weiß, wovon wir reden."

Zuhause erzählen sie ihrer Mutter von den ganzen Ereignissen des Tages. Harald hat sie vorher aber gebeten, von seinem Gespräch mit Frank über die andere Arbeitsstelle zu schweigen. Den Gefallen haben sie ihm getan und als die Kinder im Bett liegen, spricht er mit Silvia darüber. Sehr skeptisch hört sie ihm zu und meint: "Wenn du meinst, dass das das Richtige für dich ist, dann tu es. Das Gehalt ist aber kaum höher als jetzt. Lohnt sich das denn wirklich?" "Ja, es lohnt sich wirklich. Außerdem kann ich dort endlich mal meine Verbesserungsvorschläge anbringen. Die Firma ist sicher, denn sie stellen die besten Produkte her wie du weißt. Sprich doch mal in deinem Interesse mit dem Frank Wieseling, auch wenn er dir völlig verrückt vorkommt. Er zieht dich in seinen Bann. Kaum eine Frau kann ihm widerstehen." "Du bist doch selbst verrückt, wenn du so redest. Männer und ihr Glaube an sich. Diese Arroganz ist unerträglich. Komm auf den Boden zurück. Es gehören immer noch zwei dazu, sich unwiderstehlich zu finden, jemand, der unwiderstehlich ist und jemand, der das so empfindet. Außerdem suchen sich die Frauen die Männer aus, hast du das schon vergessen? Ich hab ja trotz allem noch Glück gehabt mit meiner Auswahl, es hätte schlimmer kommen können..." Bevor Silvia weiter reden kann, küsst Harald sie auf den Mund.

Am nächsten Tag ruft Harald fröhlich den Frank an und sagt ihm zu, dass er die Arbeit annimmt. Sie machen noch den Termin mit einem Treffen bei Frank aus und beenden das Telefonat. Danach ruft Frank bei dem Bauern an und fragt, wie es mit dem nächsten Sonntag für einen Kaffee mit Kuchen aussieht. Der sagt sofort zu und somit ist alles geklärt.

Was ist denn nun mit den Robotern? Das sind wir doch selber. Nur wir allein bestimmen über unser Leben. Wer gern auf Schienen bleibt, soll das tun. Wer lieber neben der Spur ist, soll das eben tun. Wer über andere bestimmen will, kann das so lange, bis die anderen das ablehnen. Die Dummen beharren mit aller Gewalt auf ihre sogenannte Vormachtstellung und stellen sich gegen jede Veränderung. Es ist ihre Entscheidung und letztendlich kommt alles sowieso auf sie wieder zurück.

Wie es mit Harald, Silvia, Frank, Gianna und den Kindern weiter gegangen ist? Woher soll ich das wissen? Das möge sich jeder selbst ausmalen.
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

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Beitrag von Zollwolf1960 » 27.12.2007 13:15

Das ewige Leben

Wer möchte ewig leben?
Tun wir das bereits?
Menschen werden geboren,
Menschen sterben.

Das Dazwischen wird Leben genannt.
Manchen ist nur ein kurzes körperliches Leben beschieden,
andere werden über 100 Jahre alt,
alles nur Zeit von Menschen gemacht.

Was sind 10 Tage für eine Eintagsfliege?
Was sind 100 Jahre für einen Mammutbaum?
Woher wollen die Menschen wissen, wie alt sie sind?
Alles nur Annahmen und Vermutungen.

Die Menschen richten sich nach der Uhr,
einem Gerät, was angeblich die Zeit anzeigt.
Ein Mensch wird um 17 Uhr 3 geboren,
einer stirbt um 9 Uhr 24.

Wann beginnt das Leben?
Im Mutterleib?
Wann endet das Leben?
Wenn die Seele den Körper verlässt?

Viele Menschen sind schon tot, bevor sie sterben,
ihnen fehlt das Leben von Anfang an.
Sie hasten dem Glück, dem Geld und dem Vergnügen hinterher,
immer haben wollen und für schlechte Zeiten vorsorgen.

Woher kommen die Seelen?
Entstehen sie aus dem Nichts?
Sie sind immer da, immer um uns.
Gibt es den Tod überhaupt?

Die Menschen sagen, dass sie sterben.
Es stirbt der Körper und wird bestattet.
Warum sterben wir?
Weil wir das glauben.

Unser Glaubenssystem wird uns vorgegeben,
von uns selbst jedoch,
denn wir haben beschlossen, das es so ist, wie es ist.
Also können wir es selbst auch nur ändern.

Seelen leben ewig,
die Angst davor macht uns wahnsinnig,
ewig dieses Elend erleben,
den täglichen Überlebenskampf.

Warum kämpfen wir denn dann?
Weil wir glauben, dass wir das müssen,
wir müssen uns unseren Lebensunterhalt erarbeiten,
wir müssen hart arbeiten, denn wer schenkt uns etwas?

Schenken wir uns doch selbst etwas,
schenken wir uns das Müssen,
das Sollen, die Verbote,
leben wir den Moment.

So viele Tätigkeiten sind reine Beschäftigungstherapie,
weil uns eingeredet wird, dass das nötig ist.
Ohne Fleiß der Preis,
ohne Kampf der Sieg, der Sieg für Alle.

Wer Freude an seiner Tätigkeit hat,
verrichtet sie am besten,
wer Freunde am Leben hat,
lebt am besten.

Wir leben alle ewig,
es ist ein langer Weg zu dieser Erkenntnis,
damit wir ihn erkennen, benutzen wir den Körper,
wie wir den Weg gehen, ist ganz allein unsere Sache.
Der öffentliche Dienst und der gesunde Menschenverstand schließen einander aus.

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Beitrag von Zollwolf1960 » 21.07.2008 18:25

Hallo,

ich habe mal ein fiktives Gespräch erdacht. Hier das Ergebnis:

I: Mir hat ja letztens jemand eine Geschichte erzählt, die hat zwar einen sehr ernsten Hintergrund, jedoch der Polizeibericht ist zum Kugeln gewesen.

M: Dann berichte mal.

I: Also es ist ein Mann mit Kopfverband und einem Cellokoffer in ein öffentliches Gebäude gegangen. Dort hat er ein sehr gut gefälschtes Schreiben dem Pförtner vorgelegt, weil er angeblich seine Schulden bezahlen wollte. Der Pförtner hat darauf hin den Kassenverwalter angerufen, damit der den Mann zur Kasse begleitet. Anschließend hat der Mann vor der Kasse den Koffer geöffnet und mit einem Granatwerfer den Kassenwart bedroht. Der hat ihm gezwungenermaßen die Stahltür aufgemacht und den ganzen Kassenbestand säuberlich in den Koffer gelegt. Während dieser ganzen Zeit hat der Mann eine Pistole auf den Kassenwart gerichtet, danach den Granatwerfer schnell auseinandergebaut und dazu gepackt. Gemeinsam haben sie das Gebäude normalen Schrittes verlassen. Draußen hat er sich das Auto des Kassenverwalters genommen und ist unerkannt entkommen.

M: Der Mann ist aber sehr abgebrüht gewesen. Ein Granatwerfer im Cellokoffer. Das ist ja wie damals bei Al Capone gewesen mit den Geigenkästen, die haben da ganz schöne laute Instrumente drin gehabt.

I: Jetzt der Polizeibericht mit der Aussage der oder des überfallenen Beamten. Das haut dich um. "Ein Herr unbestimmbaren Alters betrat am Dienstag, dem 19. Juni 2007, das verwaltungseigene Gebäude in der ...straße 25. Er trug einen Kopfverband, der ihn unkenntlich machte und zudem einen unförmigen Gegenstand, der sich als Cellokoffer herausstellte. Mit einem gefälschten Schreiben, welches denen der Gerichtsvollstreckungsstelle täuschend ähnelte, verschaffte er sich Zutritt beim Pförtner. Dieser hatte gemäß der Anweisung, wie mit Besuchern des Amts zu verfahren sei, den Kassenverwalter fernmündlich von dem Begehr des Besuchers unterrichtet und ihn zur Pforte gebeten. Unverzüglich begab sich der Kassenverwalter zur Pforte und nahm den Besucher in Empfang. Er begleitete ihn gemäß Verfahrensanweisung zur Zahlstelle, hieß ihn freundlich zu warten und betrat den Kassenraum. Bevor er jedoch die Stahltür schließen konnte, vernahm der Kassenwart ein klackendes Geräusch. Höflich aber bestimmt bat der Besucher mit einem geladenen Granatwerfer in Händen um Aushändigung des gesamten in der Kasse befindlichen Bargeldbestandes. Im Rahmen der Vermeidung von Sach- und Personenschäden kam der Kassenverwalter dem Ansinnen des Besuchers nach. Dieser tat einen weiteren Griff in den Cellokoffer und entnahm ihm eine Pistole, die er entsicherte. Mit der rechten Hand bedrohte er weiterhin den Kassenverwalter, während er mit der linken Hand den Granatwerfer fachgerecht zerlegte. Der gesamte Bargeldbestand, der als Kassenfehlbestand zu verbuchen war, hatte in den Cellokoffer gelegt zu werden. Nach Beendigung dieser Maßnahme legte der Besucher die Teile des Granatwerfers in die verbliebenen Leerräume des Cellokoffers. Nachdem der Koffer geschlossen war, forderte der Besucher den Kassenverwalter auf, ihm die Schlüssel des privateigenen Kraftfahrzeuges zu übergeben. Widerstrebend kam er der Aufforderung nach und übergab die Schlüssel. Nach ordnungsgemäßem Verschließen der Zahlstellenstahltür, begleitete der Kassenverwalter den Besucher, der seine Schusswaffe versteckt auf ihn richtete, gemäß Anweisung bis zur Pforte. Dort verabschiedete sich der Besucher und verließ gemeinsam mit dem Kassenwart das Gebäude. Auf dem verwaltungseigenen Parkplatz schloss der Besucher die hintere Tür des Fahrzeugs auf, öffnete sie und legte den Cellokasten ungesichert auf die Rücksitzbank desselben. Danach schloss er die hintere Tür, öffnete die Tür der Fahrerseite, setzte sich auf den Fahrersitz und steckte den entsprechenden Fahrzeugschlüssel in das Zündschloss. Er startete den Motor des Fahrzeugs, legte den ersten Gang ein und befahl dem Kassenverwalter, ihm bis zum Ende des Parkplatzes zu folgen. Mit geringer Geschwindigkeit bewegte sich das Fahrzeug bis zur Ausfahrt, gefolgt vom Kassenwart. Nach Erreichen der Ausfahrt schoss das Fahrzeug mit hoher Beschleunigung rechts auf die ...straße und entschwand den Blicken des Kassenwarts, der sich sofort schnellen Schrittes auf den Rückweg zum Pförtner begab und dort die Polizei verständigte.

M: Hilfe, ich brech zusammen vor Lachen. Das Beamtendeutsch ist ja grausam. Welch eine Ausdrucksweise.

I: Es ist aber alles klar und deutlich erklärt worden und nur darum geht es.

M: Das verstehe ich natürlich, doch die Ausdrucksweise ist zum Schießen. Wenn du noch mehr von diesen Geschichten hast, bitte sofort hier schreiben.
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Beitrag von KLR-Beauftragter » 23.07.2008 19:45

Hier schreibt nur eine Person !!
Äusserst merkwürdig dieser Zollwolf.

HvG
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Titel

Beitrag von HvG » 24.07.2008 12:07

KLR....
ja,
ein äusserst merkwürdiges Exemplar
ein Unikat der sein Zollkombigraues
ZOS-Fell sicher durch die Wellen des
Verwaltungsapparates steuert
der schon einige Rotkäppchen
auf dem Gewissen haben dürfte???

ein geheimnisvoller Wolf!?!

@Zollwolf,
würde mich gern deinem Rudel anschliessen
oder untertänigst nähern.
LG
HvG
HvG

Schwester Oberin
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Titel

Beitrag von Schwester Oberin » 24.07.2008 12:49

@KLR-Beauftragter

Wieso merkwürdig?! Ich kann lesen...Ressonanz auf das geschriebene vom Weißen Wolf geht doch auch über PN!
Der Nörgler wird sogar im Paradies allerlei Fehler finden.

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Beitrag von Zollwolf1960 » 24.07.2008 19:55

Hallo KLR-Beauftragter,

es ist ein fiktives Gespräch gewesen. Wenn du z. B. ein Buch liest, in dem mehrere Personen vorkommen, ist es trotzdem von einem Autor geschrieben worden.

Manchmal kommt mir in den Sinn, dass wir alle unter dem gleichen Himmel leben, doch jeder hat einen anderen Horizont.

@HvG
Du bist mir herzlich willkommen.

LG
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